Aus dem Programm

loop-article-single.php

Zu Besuch in der Welthauptstadt der Medizintechnik

Der kleine Ort Tuttlingen in der Nähe des Schwarzwalds ist mit seinen knapp 35.000 Einwohnern wahrscheinlich den meisten Deutschen kein Begriff. Dennoch finden sich hier fast 600 Unternehmen aus der Medizintechnik, welche in vielen Bereichen zu den Weltmarktführern in ihrer Branche gehören. Als Ende 2017 18 MP-Teilnehmer zum Thema Gesundheitswirtschaft in Deutschland zu Gast waren, durfte ein Abstecher nach Tuttlingen natürlich nicht fehlen. In keiner Stadt Deutschlands gibt es in dem Bereich der Medizintechnik so große Synergien. Für die Teilnehmer aus Belarus, Indien, Kirgistan, Mexiko, Mongolei, Russland, Ukraine und Usbekistan war es eine besondere Möglichkeit, sich ein solches Cluster in Deutschland anzusehen und Informationen aus erster Hand über die neuesten Entwicklungen in der Medizintechnikbranche zu erhalten.

Auch bei zahlreichen in Tuttlingen ansässigen Unternehmen hat der Besuch der Führungskräfte für Aufsehen gesorgt. Immerhin handelt es sich bei diesen Partnerländern um interessante Wachstumsmärkte, in denen es häufig schwierig ist, lokale Partner und Kunden zu finden. Das Managerfortbildungsprogramm kann hierzu insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen eine große Stütze sein.

Der Tag in Tuttlingen begann mit dem Besuch der Firma AESCULAP – B. Braun, einem der Weltmarktführer für Medizintechnik- und Pharma-Produkte. Das Unternehmen ist immer noch mehrheitlich in Familienbesitz und erwirtschaftete 2016 Umsatzerlöse von fast 6,5 Milliarden Euro. Bei einer Führung konnten sich die MP-Teilnehmer vor Ort ein Bild von der Produktion des Unternehmens machen und auch einen Blick in den Showroom mit 5.000 Produkten der Firma werfen. AESCULAP investiert pro Jahr über 260 Millionen EUR in die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Produkte.

Danach ging es für die Manager zu einer Netzwerkveranstaltung mit kleineren Unternehmen, welche die Gelegenheit gerne wahrnahmen, sich mit potentiellen Partnern aus vielversprechenden Zukunftsmärkten zu treffen. Sowohl die MP-Teilnehmer als auch die deutschen Unternehmen bewerteten sehr positiv die Qualität der Gespräche. Insbesondere für die Führungskräfte aus Osteuropa und Zentralasien boten die kleineren Unternehmen interessante Alternativen zu den kostenintensiveren Produkten von AESCULAP und Karl Storz. Nurbek Monolov aus Kirgistan war sich im Anschluss an die Gespräche sehr sicher, langfristige Geschäftsbeziehungen mit einigen der Unternehmen aufzubauen.

Am darauffolgenden Tag besuchten die Manager das zweitgrößte Unternehmen in Tuttlingen: Karl Storz. Die Firma ist auf die Herstellung von Endoskopie-Systemen spezialisiert. Mit knapp 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz ist Storz eines der größten Unternehmen in dieser Nische. Beim Rundgang durch die Werkshallen erlebten die Gäste, wie die Produktion teilweise maschinell, teilweise per Hand in einem solchen Unternehmen abläuft. Für Begeisterung sorgte auch hier der Showroom, in dem die neuesten Entwicklungen und Innovationen des Unternehmens ausgestellt sind. In vollständig aufgebauten OP-Räumen konnten die Führungskräfte die Ausstellungsexemplare anfassen und die Produkte in Simulationen ausprobieren.

Da viele Manager eine medizinische Ausbildung hatten, wurden beide Unternehmensbesuche sehr positiv bewertet. Sanjeev Gupta, Geschäftsführer eines Krankenhauses in Neu-Dehli, lobte den Besuch in Tuttlingen „als einen besonderen Einblick in die aktuellen Trends der Medizintechnik.“

Der Besuch wurde mit Unterstützung des in Tuttlingen ansässigen Netzwerks von MedicalMountains organisiert.

Jens Naussed

trAIDe GmbH, Köln

www.traide.de