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Vakuumtechnologie: Zu Besuch beim Marktführer

1910 von Johannes Schmalz gegründet, befindet sich das gleichnamige Unternehmen seither in Familienhand – mittlerweile in der dritten Generation. Als der elektrische Rasierapparat nach dem Zweiten Weltkrieg den Markt eroberte, gab die Schmalz GmbH ihr Rasierklingengeschäft auf und fokussierte sich auf Ausrüstung für Transportgeräte, die im Agrar- und Industriesektor eingesetzt werden. Schließlich entwickelte sie sich zum führenden Hersteller von Vakuumtechnologie für verschiedenste Industrieanwendungen. Viele MP-Teilnehmer haben mittlerweile Schmalz als besonders gutes Beispiel eines mittelständischen Unternehmens in einer ländlichen Region kennengelernt. So hatten auch die mexikanischen Führungskräfte, die im Rahmen ihrer Managerfortbildung mit Automotive-Fokus in Deutschland weilten, die Möglichkeit, sich mit dem Marktführer zu ihren Themen auszutauschen: Schmalz beliefert nämlich auch die Automobilindustrie mit Vakuum-Komponenten und -greifsystemen.

Die Firma legt großen Wert auf nachhaltige Unternehmensführung: Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement stehen dabei im Einklang. So investiert Schmalz rund 8,5 Prozent des Umsatzes jährlich in R&D und nutzt zur Dokumentation und Nachverfolgung des Innovationsgrads verschiedene Key Performance Indicators. Die Firma engagiert sich stark für die lokale und regionale Gesellschaft sowie für seine rund 1.300 Mitarbeiter weltweit. Außerdem verfolgt Schmalz das strategische Ziel, ein Positiv-Energie-Unternehmen zu sein: Die Eigenerzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen und der Verbrauch im Unternehmen halten sich dauerhaft die Waage.

Dennis Kilb, Leiter Branchenmanagement Automobil, informierte seine Gäste über aktuelle Entwicklungen der Firma im Automobilbereich. Das Thema „Digitalisierung der Produktion und Integration von Cloud Plattformen in der Produktion“ rangiert auf der Prioritätenliste ganz oben. Schmalz ist Mitglied der io Link Gruppe, die als Konsortium innovative Maschinenkonzepte entwickelt und implementiert. Auch eigene Lösungen sind gefragt. Hier arbeitet Schmalz eng mit seinen Kunden aus der Automobilindustrie zusammen. Auch für die mexikanischen Führungskräfte sind die Digitalisierung der Produktion und der damit einhergehende Automatisierungsgrad ein wichtiges Zukunftsthema.

Beim Rundgang durch die Produktion zeigten sich die Mexikaner besonders vom bereits starken Automatisierungsgrad des Unternehmens beeindruckt. Ebenfalls von großem Interesse waren für sie das Ausbildungssystem für junge Fachkräfte, die direkte Einbindung in den Betrieb sowie „learning on the job“ unter Anleitung. In der Produktion ist Schmalz in kleinen Teams organisiert, die jeweils eigene Gruppen- und Teamleiter haben. Diese Arbeitsteams sind unterteilt nach Produktgruppen. Eine stark strukturierte Arbeitsorganisation ermöglicht hohe Produktionseffizienz sowie schnelle Arbeitsabläufe, lernten die mexikanischen Gäste.

Rundum ein gutes Beispiel für einen international agierenden deutschen Mittelständler aus einer ländlichen Region, resümierten die MP-Teilnehmer. Für sie lieferte dieser Besuch neue Anregungen für mögliche Arbeitsorganisationstools in der Produktion sowie für Automatisierungslösungen. Auch das Aus- und Fortbildungssystem des Mittelständlers und innovative Ansätze zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bewerteten sie als beispielshaft.

Von Almut Weigel
AHP International GmbH & Co. KG, Heidelberg
www.ahp-international.com