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Mit Innovationen und Effizienz im Wettbewerb bestehen

[08.07.2019]

Wie können kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland trotz hoher Arbeitskosten und Ressourcenmangel im Wettbewerb bestehen? Mit ihren Innovationen, effizienten Prozessen und höchsten Qualitätsansprüchen – wissen 19 vietnamesische Manager nach ihrem vierwöchigen Aufenthalt bei der GICON-InTraBiD GmbH in Dresden. Vielfältige Beispiele dafür hatten die Teilnehmer am Managerfortbildungsprogramm des BMWi „Fit for Partnership with Germany“ bei Unternehmensbesuchen in Sachsen und anderen Bundesländern kennengelernt.

Innovationsschmiede Textilindustrie

Hoang Huong Giang ist Verkaufsmanagerin des Unternehmens Garment 10 Joint Stock Corporation in Hanoi. Sie zeigte sich beeindruckt von der Innovationskraft ihrer Branche in Deutschland, die der Geschäftsführende wissenschaftliche Direktor des Sächsischen Textilforschungsinstitutes (STFI), Dr. Yves-Simon Gloy, in Chemnitz demonstrierte. Die Forschungen, Applikationen und Transferleistungen decken die komplette Textilkette von den Fasern über Garne bis hin zum fertigen Textilerzeugnis ab, wobei Oberflächen und Funktionen bzw. Strukturen von textilen Gebilden weitere Schwerpunkte darstellen. Auf der Fachmesse Texprocess in Frankfurt sah Giang dazu passend „neue Entwicklungen in allen Bereichen der Textil- und Bekleidungsproduktion, darunter automatische Zuschneide- und Nähsysteme sowie 3D-Entwicklungstechnik für Muster und Erstentwürfe“, erläuterte sie ihre Entscheidung für mehr Investitionen in ihrem 12.000-Mann-Unternehmen.

Virtual Reality im Tischlerhandwerk

Einen ähnlichen Weg, im Wettbewerb zu bestehen, beschrieb Robert Jähnen im eher traditionell geprägten Handwerksbetrieb dieMeisterTischler in Wilsdruff. Hier werden die Entwürfe über Konstruktion und Materialplanung bis zur Arbeitsanweisung für den CNC-gesteuerten Zuschnitt von der ersten Idee an im Computer simuliert und erstellt. Virtual Reality heißt das Zauberwort, mit dem der Kunde seine Inneneinrichtungen lebensgroß und dreidimensional begutachten kann, lange bevor der erste Zuschnitt für die einzelnen Elemente getätigt wird. Die auf diese Weise maßgetischlerten Möbel sind in privaten Haushalten ebenso nachgefragt wie komplette Inneneinrichtungen von Büros in IT-Unternehmen, Verwaltungsgebäuden und Yachten des internationalen Jetsets. Nur kreativer und produktiver Dienstleister zu sein reicht der Mannschaft um die Geschäftsführer Nico Deutschmann und Mario Schöne allerdings nicht mehr. Mit Pavel Plus – einem flexiblen und anpassbaren Holz-Pavillon-Modulsystem für die individuelle Gartenarchitektur – haben die MeisterTischler ihr erstes eigenes Produkt entwickelt und zur Marktreife gebracht.

Anregungen für Heimatunternehmen

Wie die vietnamesischen Führungskräfte in ihren Abschlusspräsentationen widerspiegelten, fanden sie in den besuchten Unternehmen eine Vielzahl von Ideen und Erfahrungen, wie die eigene Wettbewerbskraft gestärkt werden kann. Anregungen zu Veränderungen und Neuerungen im Heimatunternehmen gab es genug, so der Tenor: beispielsweise durch die verhältnismäßig niedrige Anzahl von Mitarbeiter im Obstbau bei vergleichbar großen Flächen in Sachsen und Vietnam, durch hocheffektive, auf Barcodes basierende Lagersysteme bei DB Schenker in Radeburg und Jungheinrich Gebrauchtgeräteservice in Klipphausen, oder durch spezialisierte und damit wieder wettbewerbsfähige Nischenproduktion von Leiterplatten statt Massenproduktion. Und nicht zuletzt durch die enge Verbindung von Forschung und Entwicklung mit universitären Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen.

Logistikmanager Tran Quyet Thang fasste die Erkenntnisse der Gruppe zusammen in seiner Einschätzung, dass „der deutsche Mittelstand die Wege und Mittel kennt, Tradition und Innovation, Qualität und Effizienz zu verbinden“ um sich damit Vorteile im Wettbewerb – auch international – zu verschaffen.

GICON-InTRaBiD Dresden