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Stark im Stahlgeschäft

Wer in Ägypten den Namen Faltas hört, der weiß sofort: es geht um Stahl. Seit über 25 Jahren hat sich die Familie Faltas im Stahlgeschäft verdient gemacht. Hauptabnehmer der Metallmischungen von Sambo Metals ist die Automobilindustrie, unter anderem wird der Stabstahl für die Produktion von Autoteilen für Maserati und für Mercedes-Benz-Omnibusse eingesetzt. Aline Faltas gehört zur jüngsten Generation der Familiendynastie. Die 31-jährige Finanzexpertin brachte aus Deutschland Impulse zur Optimierung ihres Unternehmens mit. Außerdem hat sie den Kontakt zu Bestandskunden intensiviert und neue Probelieferungen abschließen können. Für die Zukunft steht eine Erweiterung der Produktpalette an.


Was stellt Sambo Metals her und welche Position haben Sie im Unternehmen?

Wir produzieren hochwertigen kaltbearbeiteten Stabstahl. In Ägypten sind wir Marktführer und decken 95 Prozent des heimischen Bedarfs ab, der in produzierenden Unternehmen weiterverarbeitet wird. Gerade sind wir im jährlichen Report der London Stock Exchange Group unter die Top- KMU aus Ägypten gewählt worden. Hauptabnehmer unserer Produkte ist die Kfz-Industrie. Unser Stabstahl wird auch in der Fertigung von Aufzügen, Flugzeugflügelteilen, Lastwagen und Gas- und Wasserventilen eingesetzt, also in Bereichen, wo eine hohe Festigkeit und Qualität gefordert wird. Wir haben 75 Mitarbeiter. Mein Vater leitet das Unternehmen. Ich bin für den Im- und Export zuständig, meine Schwester Sandrine für Marketing und Finanzen.

Mit welcher Motivation haben Sie am Managerfortbildungsprogramm teilgenommen, was war ihr Ziel?
Ich wollte die Unternehmensführung von KMUs in Deutschland kennenlernen, Stahlunternehmen besichtigen und sehen, welche Technologien dort eingesetzt werden. Obwohl wir bereits deutsche Kunden haben, war interkulturelles Wissen und der Umgang mit deutschen Geschäftspartnern wichtig für mich, da wir unseren Export steigern wollten. Außerdem war spannend für mich, wie wir unsere internationalen Messeauftritte verbessern können.

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Ja, sie wurden sogar übertroffen, ich habe viele neue Impulse mit nach Hause gebracht. Zum Beispiel haben wir jetzt eine neue Rollenverteilung, es macht nicht mehr jeder irgendwie alles. Und wir nehmen jetzt auch an internationalen Stahlmessen teil, früher hatten wir nur Messeauftritte auf dem heimischen Markt. Für diesen Teil bin beispielsweise ich jetzt verantwortlich. Außerdem haben wir ein automatisches Inventursystem eingeführt, mit dem wir immer genau wissen, welche Mengen an Stahl nach Typ und Größe wir auf Lager haben.

Welche Erkenntnisse haben Sie durch das MP gewonnen?
Wir haben durch das MP Testlieferungen an neue Kunden abschließen können. Ich habe erkannt, dass wir unsere Qualität noch weiter perfektionieren und unsere Profitabilität verbessern müssen. Der deutsche Markt unterliegt hohen Anforderungen. Uns fehlen dafür noch Zertifikate, zum Beispiel das OHSAS-Zertifikat. Außerdem konnten wir mit unseren Anlagen bislang nicht alle Kundenwünsche bedienen, deshalb möchten wir jetzt unsere Produktpalette erweitern.

Konnten Sie neue Verträge abschließen?
Ich hoffe, dass sich aus den Probelieferungen noch Verträge ergeben. Auf jeden Fall konnte ich durch das MP die Kooperation mit zwei langjährigen Partnern intensivieren. Dadurch hat sich unser Umsatz mit diesen Kunden verdreifacht.

Wie sehen ihre Zukunftspläne aus?
Für einen Kunden aus Europa installieren wir gerade eine neue  Spiegelschleifmaschine. Wir wollen unsere Produktpalette konstant erweitern, im nächsten Schritt um Flachstahlstangen, die auf dem Markt gerade stark nachgefragt werden. Außerdem möchten wir auf Stahlmessen in Deutschland ausstellen.

Fotos: © Sambo Metals