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Qualität „Made in Iran“

[08.03.2019]

Mohammad Ramezanis Welt sind die Werkzeuge. Seit über dreißig Jahren stellt seine Familie diese im eigenen Betrieb her, der Iran Potk Tools Company. Seine Produkte will der Unternehmer nun auch in Deutschland und Europa verkaufen. Trotz derzeitiger politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Iran war das Managerfortbildungsprogramm (MP) für ihn ein Erfolg: Er hat eine Firma in Deutschland gegründet und ist mit dieser im Handel aktiv. Außerdem hat er zahlreiche Impulse aus Deutschland mitgenommen und sein Unternehmen für die Zukunft gerüstet.

Mohammad Ramezani

Daniel GmbH – so heißt die Firma, die Ramezani im Zuge des MP gegründet hat. Ganz in der Tradition eines Familienunternehmens hat er den Namen seines Sohnes als gutes Omen verwendet. Und dass das gleichzeitig ein gängiger deutscher Vorname ist, erweist sich ebenfalls als Vorteil. Mit der Firma ist er im Handel mit Rohstoffen, Ersatzteilen und Anlagen tätig. Dabei kooperiert er mit einem Logistikunternehmen aus Gelsenkirchen. Außerdem hat er Verträge mit zwei führenden deutschen Werkzeugfabrikanten geschlossen. „Sobald es die politische Situation zulässt, starten wir. Es ist alles vorbereitet“, sagt Ramezani optimistisch. Bis dahin konzentriert er sich auf die Umsetzung von neuen Impulsen für sein Unternehmen, das rund 360 Mitarbeiter zählt.

Neue Impulse für die Kundenbindung

Achtzehn Unternehmen hat der Marketingspezialist in Deutschland besucht – und sich dabei für seine Firma inspirieren lassen. Zum Beispiel für die Neustrukturierung von Fabrikführungen. „Zuerst zeigen wir eine Präsentation, dann folgt ein Unterhaltungsteil, dann die Führung und anschließend eine Feedback-Runde“. Der Prozess ist jetzt standardisiert, das mache den Empfang der rund 20 potenziellen Kunden pro Monat einfacher und professioneller, sagt Ramezani.

Außerdem hat er das Customer-Relationship-Management verbessert und den Aftersales-Service angepasst. „Wir interessieren uns jetzt sehr für das Feedback von Kunden“, sagt Ramezani. In telefonischen Interviews holt er sich Ideen für Produktanpassungen und Marketing ein. „Das ist der beste Weg, um den Kunden zufrieden zu stellen“, sagt er. Darüber hinaus hat er eine Kundensegmentierung vorgenommen, um individueller auf Bedürfnisse eingehen zu können.

„Forschung und Entwicklung ist in Deutschland ein sehr wichtiger Bereich“, meint Ramezani, und hat folgerichtig diese Sparte bei sich ausgebaut. Wo früher zwei Ingenieure an der Verbesserung von Produktionslinien gearbeitet haben, sind es jetzt sechs. Auch in punkto Nachhaltigkeit hat er einiges mitgenommen. Bei den Kinderwerkzeugen hat er unter der Marke IPKA Plastikteile durch Holzteile ausgetauscht und verwendet jetzt Farben, die sich nicht lösen und dadurch im Kontakt von Kindern auch nicht über Mund und Haut aufgenommen werden.

Kooperationen im Land

Die internationalen Geschäfte liegen teilweise noch in der Warteschleife – aber im Iran konnte der 38-Jährige dank des MP mit einigen Teilnehmern aus seiner Fortbildungsgruppe kooperieren. Zum Beispiel mit Mahdi Alijani, dem Geschäftsführer der Anit Industrial Group, einem Produzenten von Klima- und Heizungsanlagen. Ramezani hat Gravurwerkzeuge für ihn produziert und ihm Kühlsysteme und -flüssigkeiten geliefert. Und mit Behzad Kohani, dem Geschäftsführer der Sabalan Company, einem Produzenten von Netzteilen. Die Firma übernimmt die elektronische Versorgung der energiebetriebenen pädagogischen Werkzeuge aus dem Sortiment der Iran Potk Tools Company. Außerdem hat ihm Mohammad Reza Jafari, der Geschäftsführer der Ekbatan Gas Control Co. sowie Experte in der Aluminiumindustrie ist, geholfen, Probleme in einer Aluminium-Druckgussanlage zu lösen.