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Neue Projekte in Millionenhöhe

[16.04.2019]

Promech Engineering wurde 2003 in Kairo gegründet. Das Unternehmen hat sich auf Industrie 4.0 spezialisiert. Es berät Firmen beim Einsatz von 3D-Lösungen und verkauft die Hard- und Software dafür. Karim Mohsen, Sales Manager für Ägypten und den Nahen Osten, ist es gelungen, neue Projekte in Millionenhöhe mit einer deutschen Firma zu realisieren, der German RepRap GmbH. Deren Drucker können sogar aus flüssigen Stoffen dreidimensionale Produkte zaubern.

 

Im neu eingerichteten Laboratorium des ägyptischen Industrieministeriums in Kairo summt und brummt es. Ein mittelständisches Unternehmen lässt sich hier gerade auf einem 3D-Drucker der German RepRap GmbH einen Prototypen erzeugen. Diesen Service bietet die Regierung seit kurzem für KMU an, die sich keine eigene 3D-Technologie leisten können. Damit unterstützt sie die Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit des ägyptischen Mittelstands, insbesondere des verarbeitenden Gewerbes. Das Lab wurde von Promech eingerichtet. Karim Mohsen hat das Projekt umgesetzt, das 400.000 Euro gekostet hat. „Wir sind sehr stolz auf das Lab. Sein Herzstück ist der größte 3D-Drucker mit geschlossenem Bauraum made in Germany“, sagt Karim Mohsen. Er kann aus unterschiedlichen Materialien Gebilde erzeugen und druckt große oder auch mehrere kleine Objekte in Industriequalität. „Wir hatten uns schon länger um eine Zusammenarbeit mit dem Feldkirchner Unternehmen bemüht, aber vorerst ergebnislos“, berichtet der 34-jährige Ingenieur für Maschinenbau. Erst durch das Managerfortbildungsprogramm und dessen gute Reputation sei es ihm gelungen, in Deutschland ein Treffen zu organisieren, auf dem er die süddeutsche Firma von einer Zusammenarbeit überzeugen konnte.

Das Lab ist sein erstes Projekt mit RepRap gewesen. Inzwischen hat er für rund zwei Millionen Euro weitere Drucker in den mittleren Osten verkauft, die unter anderem in Architektur, Automotive und Luftfahrt eingesetzt werden. Promech ist jetzt Value-Added-Reseller (VAR) der German RepRap. Als VAR wird ein Händler bezeichnet, der dem Produkt einen Mehrwert hinzufügt, zum Beispiel durch Anpassungen und Services. Außerdem konnte Mohsen in Deutschland die SLM Solutions Group AG als neuen Partner gewinnen und damit einen der weltweit größten Hersteller von 3D-Metalldruckern. Für den Maschinenbauer aus Lübeck plant Promech, Aufträge in Höhe von vier Millionen Euro umzusetzen, und ist heute zudem VAR in der Region Naher Osten.

Qualität wie in Deutschland

Die 45 Mitarbeiter von Promech werden von CEO Mohamad Reda regelmäßig zu teils mehrwöchigen Trainings nach Deutschland geschickt, wo sie bei den Unternehmen in deren Technologie geschult werden. Darunter fallen Weiterbildungen für Ingenieure, das Supportteam oder den Vertrieb. Alle sechs Monate wird das Wissen der Angestellten in Tests überprüft. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Mitarbeiter so gut geschult sind wie die der deutschen Firmen. Dadurch können wir dieselbe Qualität in Service und Support garantieren“, sagt Mohsen.

Multiplikator Mohsen

Sein Wissen vom Managerfortbildungsprogramm hat Mohsen in einem einwöchigen Training an alle Mitarbeiter weitergegeben. Dabei hat er den Akzent unter anderem auf die Vermittlung von interkulturellem Geschäftswissen gelegt. „Wir hatten früher häufiger Missverständnisse zwischen unseren Mitarbeitern und den Angestellten in Deutschland, weil es an interkulturellem Verständnis fehlte. Hier konnte ich durch das Training vieles verbessern“, freut sich Mohsen.