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MP-Absolvent fördert ukrainische Unternehmer

[04.03.2019]

Der ambitionierte Finanzexperte Valeriy Mayboroda hat vor 16 Jahren am Managerfortbildungsprogramm (MP) teilgenommen. Damals war er 25 Jahre alt und arbeitete für die ukrainische Nationalbank. Er stand noch ganz am Anfang seiner Berufskarriere, hatte aber eine klare Mission: Er wollte die Arbeit von Entwicklungsbanken studieren und mit diesem Wissen die Entwicklung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in der Ukraine unterstützen. Heute ist Mayboroda Leiter des Deutsch-Ukrainischen Fonds (DUF), der Programme zur Unterstützung von KMU durchführt.

2002 war ein geschichtsträchtiges Jahr für die EU: Mit der Ausgabe von „Euro-Kits“ bekamen die Bürger die Möglichkeit, erstmals Euro-Münzen in der Hand zu halten. Auch für das MP war es ein wichtiges Jahr: Das MP mit der Ukraine startete und mit ihm die Internationalisierung des Programms. Unter den ersten Managern, die aus der Ukraine zur Fortbildung nach Deutschland kamen, war Valeriy Mayboroda. Der Wirtschaftswissenschaftler arbeitete für die Nationalbank der Ukraine und koordinierte die Arbeit des DUF, an dem die ukrainische Nationalbank, das Finanzministerium der Ukraine und die deutsche Kreditanstalt ür Wiederaufbau (KfW) beteiligt sind.

Voll zufrieden mit dem MP

„Meine Erwartungen an das Programm haben sich zu einhundert Prozent erfüllt“, sagt der Außenwirtschaftsexperte, der während des MP die Arbeit von Finanzinstituten und Unternehmen unter die Lupe genommen hat. Mit diesem Wissen nahm er später an einer Arbeitsgruppe teil, die einen Businessplan für den Aufbau einer ukrainischen Entwicklungsbank schrieb. Damals war die Zeit allerdings noch nicht reif für solche Strukturen. „Leider hat die ukrainische Regierung den KMU noch nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Jetzt hat sie – auch durch die Krise – erkannt, wie wichtig KMU für die Entwicklung der Wirtschaft sind“, sagt Mayboroda, der inzwischen Leiter des DUF ist. Der DUF soll innerhalb der nächsten Jahre in eine Agentur zur finanziellen Unterstützung von KMU umgewandelt werden. Das sieht ein staatliches Programm zur Entwicklung der KMU bis 2020 vor. Das Regierungsprogramm wurde mit Unterstützung des EU-Programms EU4Business entwickelt.

Hilfen für den Mittelstand

„In Deutschland habe ich ein ideales Modell eines staatlichen Fördersystems für KMU erlebt“, sagt Mayboroda. Von seinem Know-how hat er viel umsetzen können, auch wenn der Businessplan als solches zunächst für die Schublade war. Zu den neuen Instrumenten, die er realisieren konnte, gehört zum Beispiel die Einführung einer Zinsvergütung nach deutschem Modell. „Es ist gut, etwas Neues zu erfinden. Aber noch besser ist es, etwas Gutes zu adaptieren. Wir brauchen kein ukrainisches Fahrrad, wenn es das bereits gibt“, so der Unternehmer. Neben Finanzierungshilfen möchte der DUF in Zukunft auch Kreditgarantien und Beratungsleistungen für Unternehmen anbieten, um diese ganzheitlich auf ihrem Erfolgsweg zu begleiten. „Nach der Handelsöffnung zwischen der Ukraine und der EU ist es für deutsche Firmen einfacher geworden. Aber unsere ukrainischen Unternehmen haben nicht die gleichen Rahmenbedingungen, den gleichen Zugang zu Finanzierungshilfen. Da müssen wir noch aufholen“, sagt Mayboroda.

MP-Absolventen profitieren von Förderung

Der DUF hat in den letzten 20 Jahren über 162.000 Kredite an KMU vergeben. Von den günstigen Zinssätzen profitieren auch einige der inzwischen rund 1.300 Absolventen des MP in der Ukraine. Zum Beispiel der Schuhfabrikant Oleg Potienko aus Browary, einer Kleinstadt in der Nähe von Kiew. Mit seiner Firma Kaman produziert er hochwertige Schuhe, unter anderem auf deutschen und italienischen Produktionslinien. Den Kredit hat Potienko für den Kauf einer neuen Produktionslinie sowie für die Aufstockung des Umlaufkapitals verwendet.

Förderprogramme sollen bekannter werden

„Viele Unternehmer haben kein Vertrauen in unsere Kreditprogramme. Sie denken, dass das Betrug ist oder nicht funktioniert“, sagt Mayboroda. Deswegen hat er das Marketing für den DUF zur Priorität erklärt. „Ich bin für absolute Transparenz. Unternehmer sollen verstehen, dass es realistisch ist, finanzielle Unterstützung von uns zu erhalten, auch wenn wir praktisch eine staatliche Struktur sind“, sagt er. Regelmäßig besucht er die Regionen und Partnerbanken und wirbt auf Veranstaltungen – auch des MP – für den DUF. Außerdem hat er ein neues Format entwickelt: Messen für den Mittelstand (www.sme-fair.org.ua), auf denen Unternehmen, Banken und Förderinstitute zusammenkommen. Und er veröffentlicht ein monatliches Factsheet mit Daten und Zahlen zu den geförderten Unternehmen. „Früher kannten nur wenige den DUF. Inzwischen kennt man uns, und es hat sich herumgesprochen, dass man uns vertrauen kann“, berichtet der Wirtschaftsexperte.

Webseite des Deutsch-Ukrainischen Fonds: http://guf.gov.ua/uk