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Klinik für Urologie und Andrologie entsteht in der Mongolei

Die Mongolei ist eines der am dünnsten besiedelten Länder. Die Hälfte der rund drei Millionen Einwohner lebt in ländlichen Regionen, die andere Hälfte in der Hauptstadt Ulan Bator. Sie ist nicht nur das unangefochtene wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum des Landes, auch die Gesundheitsversorgung konzentriert sich hier: Viele Mongolen müssen für medizinische Leistungen hierhin reisen. Insbesondere im Bereich der Urologie fehlt es landesweit an Fachkräften und Einrichtungen. Nansalmaa Naidan möchte deshalb noch in diesem Jahr ihr privates urologisches Zentrum zu einer Klinik und Ambulanz ausbauen. Ihre Teilnahme am MP hat sie 2018 genutzt, um für ihr Unternehmen ADAM Clinic ein neues medizinisches Gerät anzuschaffen und den Austausch mit Einrichtungen in Deutschland zu fördern.

„Es gibt in der Mongolei nur drei urologische Abteilungen und rund 50 Fachärzte. Das ist zu wenig bei einer Bevölkerung von drei Millionen“, sagt Naidan. Seit 19 Jahren arbeitet die engagierte Ärztin als selbständige Urologin. Vor zwei Jahren hat sie begonnen, ihre Privatpraxis zu einem Zentrum für Männerheilkunde auszubauen. Ihr Team besteht jetzt aus sechs Mitarbeitern. Drei Ärzte, eine Krankenschwester, eine Laborantin und eine Sekretärin versorgen täglich rund 30 Patienten. Das neue Zentrum bietet Services aus einer Hand. Im eigenen Labor können beispielsweise Blutanalysen gemacht werden, so dass die Ergebnisse noch am selben Tag vorliegen. Davon profitieren die Patienten. „Viele Klienten kommen vom Land. Oftmals bleiben sie in der Wartezeit bei Verwandten oder müssen ein Hotel bezahlen“, erklärt Naidan.

Bessere Gesundheitsvorsorge

Seit kurzem kann Naidan auch Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Erkrankungen der Prostata anbieten. Dafür hat sie ein Endoskop bei einem bayerischen Unternehmen erworben, das mit gebrauchten medizinischen Geräten handelt. „Viele Patienten bekommen ihre Diagnose erst, wenn die Krankheit schon im fortgeschrittenen Stadium ist, dann hilft oft nur noch eine OP. Mit dem Endoskop können wir Krankheiten im Frühstadium erkennen“, so Naidan. Das Gerät ist zwar teurer als ein entsprechendes Pendant aus China, hat aber eine bessere Qualität. Außerdem bietet der deutsche Händler eine Gewährleistung von 12 Monaten sowie eine achtjährige Liefergarantie für Ersatz- und Zubehörteile. Und er steht nach dem Erwerb mit Rat und Tat zur Seite. Das war das entscheidende Argument für Naidan, sich während des MP zum Kauf zu entschließen. „Früher hatten wir Geräte aus China. Die hatten sechs Monate Garantiezeit. Wenn sie danach kaputt waren, konnte man sich an niemanden mehr wenden“, erinnert sie sich

 Ausbau des Zentrums

Als nächsten Schritt hat Naidan die Einrichtung von Patientenzimmern für die stationäre Behandlung geplant und die Einstellung dreier weiterer Mitarbeiter. Dadurch kann sie ihre Patientenzahlen auf bis zu 60 pro Tag erhöhen. Den Ausbau finanziert sie mit Krediten der Japan International Cooperation Agency und der Asian Development Bank. Langfristig möchte Naidan in der ADAM Clinic auch Patienten aus den Nachbarländern Russland und China behandeln.

Naidan ist Mitglied der Kommission für Andrologie und Urologie beim Gesundheitsministerium der Mongolei und berät die Regierung auf dem Gebiet der Männerheilkunde. Ihr Anliegen ist, mehr Urologen auszubilden, die ländlichen Regionen besser zu versorgen und das Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein der mongolischen Männer zu fördern. In Deutschland hat sie sich zum Erfahrungsaustausch mit der Leiterin der urologischen Abteilung des Universitätsklinikums Essen getroffen. Diese stammt aus der Mongolei und unterstützt Naidans Bestrebungen. Noch in diesem Jahr findet ein Kooperationstreffen in Ulan Bator in der ADAM Clinic statt, bei dem mögliche gemeinsame Forschungsprojekte und die Idee einer gemeinsamen, deutsch-mongolischen Klinik besprochen werden.

 

 

Fotos: N. Naidan