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Ein Unternehmer voll Energie

Ahmed Fathelbab ist Geschäftsführer des Stahlunternehmens El Fateh. Mit einem Maschinenbauer, den er in Deutschland kennenlernte, realisiert er gleich mehrere Projekte in Afrika und Deutschland. Außerdem gründete der umtriebige Geschäftsmann im Zuge des MP eine neue Firma, die Biokraftstoff produziert.

El Fateh ist stark in Stahlkonstruktionen. Bei Großprojekten wie dem Sharm el- Sheikh International Airport hat sich die Firma mit 450 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zehn Millionen Euro in Ägypten einen Namen gemacht. Namhafte Partner wie Siemens vertrauen auf den Stahlbauer aus Kairo. Zuletzt hat El Fateh den Global Player aus Europa beim Bau eines Dampfkraftwerks in Assiut unterstützt.

Ahmed Fathelbab

In Deutschland war Fathelbab auf der Suche nach Generalunternehmen, die Bauwerke schlüsselfertig beim Auftraggeber abliefern. Für diese wollte er sich als Partner bei Bauprojekten in Afrika oder Europa anbieten. Mit einem Familienunternehmen aus Düsseldorf mündete die Kontaktaufnahme in mehrere gemeinsame Vorhaben. In Ruanda bauen die beiden Partner gerade ein Zementwerk. Und in Deutschland einen Kühlturm für ein Chemieunternehmen. Das nächste Projekt ist schon anvisiert: Fathelbab hat sich mit dem Anlagenbauer aus Deutschland für ein Millionenprojekt in Mali zusammengeschlossen. 2020 sollen die Arbeiten beginnen. Durch das MP konnte Fathelbab den Exportanteil von El Fateh von 20 auf 30 Prozent erhöhen. In den nächsten Jahren plant er eine Steigerung auf bis zu 60 Prozent. Dabei soll auch der europäische Markt stärker in den Fokus rücken. Neben Deutschland ist Fathelbab in Italien und den Niederlanden aktiv. Die Internationalisierung bringt ihm nicht nur Wachstum, sondern auch eine größere Unabhängigkeit vom volatilen ägyptischen Markt.

Gründung von Bidaya

Über mehrere Ecken lernte Fathelbab während des Managerfortbildungsprogramms einen Umwelttechniker kennen. Mit seiner Unterstützung gründete er in Luxor die Firma Bidaya, die alles andere als ein „Abfallprodukt“ des Programms ist – auch wenn sie sich mit Abfällen beschäftigt. Bidaya produziert Agrarethanol aus Biomasse. Hauptabnehmer des alternativen Energieträgers ist Siemens mit seinem Gaskraftwerk in Assiut. Seit fast einem Jahr ist Bidaya nun schon in Luxor aktiv, der Stadt am östlichen Nilufer in Südägypten. Der Biokraftstoff, der in der Anlage produziert wird, stammt vornehmlich aus Abfällen der Agrarindustrie. „Wir gehören zu den ersten Fabriken in Ägypten, die Bioethanol produzieren“, sagt Ahmed Fathelbab, Geschäftsführer des Unternehmens, mit Stolz. 500.000 Euro hat der MP-Alumnus in das Unternehmen investiert, das jährlich 5.000 Tonnen des alternativen Kraftstoffs produziert. Einen Teil des Geldes hat er für den Kauf einer Firma verwendet, die Agrarabfälle entsorgt. Diese Biomasse wird jetzt in Energie umgewandelt. Für den reibungslosen Ablauf sorgen 40 Mitarbeiter. Die Anlagen zur Gewinnung des Bioethanols hat Fathelbab gemeinsam mit dem neuen Partner entwickelt und über El Fateh produzieren lassen.

Verbesserung der Energieversorgung

„Kraftwerke und Zementbetriebe haben einen hohen Energiebedarf. Mit unserem Biokraftstoff können sie ihre Ausgaben für Energie senken“, sagt Fathelbab. Zurzeit beliefert der 33-jährige Unternehmer mit seinem Ökobrennstoff einzig das Kraftwerk von Siemens, das er damals mitgebaut hatte. Der Manager plant, seine Produktionskapazität auszuweiten, denn es gibt viel Potenzial in Ägypten und anderen Ländern Afrikas, die derzeit in die Verbesserung ihrer Energieversorgung investieren. Eine stabile Energieversorgung ist essentiell, damit sich die Länder auch wirtschaftlich entwickeln können. Mit Bidaya leistet Fathelbab seinen Beitrag dazu.

 

Foto: © Ahmed Fathelbab