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Digitalisierung in der Industrie

Amir Mamdouh ist Geschäftsführer eines Consultingunternehmens für die Metallindustrie. Der 32-jährige Ingenieur hat seine Firma, die Sayyal Sazan Azaran Tadbir (Satco), 2015 in Tabriz gegründet. 2017 hat er am MP teilgenommen. Während seines Aufenthalts hat er einen Geschäftskontakt zu einer Berliner Firma aufgebaut, mit der er gerade ein Digitalisierungsprojekt bei einem Kunden umsetzt. Außerdem konnte er eine Teilnehmerin aus seiner Gruppe gewinnen, ihn bei seiner Geschäftstätigkeit im Iran zu unterstützen.

Tabriz. Die iranische Firma Ferro-Godaz-Tabriz (FGT) ist seit vielen Jahren Kunde von Amir Mamdouh. Das Unternehmen produziert Kfz-Teile aus Gusseisen. Seit kurzem nimmt sie an einem Pilotprojekt teil, bei dem eine Software der Berliner Firma deZem GmbH den Energieverbrauch analysiert. Früher haben die Mitarbeiter von FGT diese Auswertung manuell machen müssen und dafür unzählige Reports analysiert. Durch das Digitalisierungsprojekt können jetzt nicht nur Ressourcen, sondern auch Energie eingespart werden. „Die Energiekosten sind im letzten Jahr um 15 Prozent gestiegen. Darunter leiden vor allem meine Kunden: Gießereien und andere Betriebe mit einem hohen Energiebedarf“, sagt der Ingenieur für Materialwissenschaften, der in Deutschland deshalb insbesondere nach neuen Lösungen zur Energieeinsparung gesucht hatte. Nach Abschluss und Auswertung der Pilotphase möchte Mamdouh, der inzwischen Exklusivpartner von deZem im Iran ist, das Produkt bei weiteren Kunden einsetzen, auch außerhalb der Metallindustrie.

Gemeinsames Produkt in Entwicklung
Außerdem wird die Analysesoftware, die ursprünglich von deZem stammt, in Zukunft um die Komponente Qualitätsmanagement erweitert. Die Codes dafür steuert Mamdouh bei, er hat sie eigens programmieren lassen und testet die Anwendung gerade in einem anderen Projekt. Die neue Komponente überwacht den kompletten Unternehmensablauf, vom Rohstoffeinkauf bis zur Arbeitseffizienz der Mitarbeiter. Mit dieser Kombination aus Energie- und Qualitätsmanagement-Tool kann Mamdouh seinen Kunden in Zukunft eine umfassende Lösung zur Digitalisierung ihrer Prozesse bieten, für die er auch die passende Hardware entwickelt hat. „Die neue Hardware ist ein wichtiger Punkt in der Kooperation mit deZem. Wenn wir die CE-Kennzeichnung haben, kann sie auch nach Deutschland exportiert werden“, sagt Mamdouh.

Neue Geschäftspartnerin im Iran
Bei seiner Geschäftstätigkeit wird Mamdouh zukünftig eine Teilnehmerin aus der Fortbildungsgruppe unterstützen. Die 44-jährige Ingenieurin Sepideh Sarrafan aus Mashhad wird Sales-Managerin für Satco in der Provinz Razavi-Chorasan im Nordosten des Iran, an der Grenze zu Turkmenistan. Mashad ist über 20 Stunden Fahrtzeit mit dem Auto von Tabriz entfernt. Sarrafan ist damit ein großer Zugewinn für Mamdouh, um in diesem entlegenen Teil des Landes tätig zu werden. „Sepideh Sarrafan wird sich vor allem um die Vermarktung unserer digitalen Lösungen kümmern“, freut sich Mamdouh. „Sie ist eine anerkannte Supervisorin für Qualitätsmanagement in Razavi-Chorasan und hat in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche Kontakte zu Firmen aufgebaut. Das macht sie für uns als Vertrieblerin so wertvoll“.

„Heute zählt für mich vor allem das Ergebnis“
Vom MP hat Mamdouh auch neue Impulse für seine Unternehmensführung mitgenommen. Der Firmenchef hatte als studierter Ingenieur nach eigenen Worten gerade im Managementbereich Lücken, die er durch das MP schließen konnte. Er setzt jetzt zunehmend auf Empowerment. „Früher wollte ich immer genau wissen, wer wann wie viel arbeitet. Heute zählt für mich vor allem das Ergebnis“, sagt er. Außerdem fördert er den Teamgeist: Aufgaben werden jetzt gemeinsam verteilt und es gibt mehr Austausch in der Gruppe. Darüber hinaus wurden die Büroräume ansprechender gestaltet, damit sich die Mitarbeiter bei der Arbeit wohl fühlen. Sein neu erworbenes Wissen im Projektmanagement gibt er an seine Mitarbeiter sowie an seine Kunden weiter: in den Städten Zanjan und Mashhad hat er zu dem Thema bereits zwei Trainings organisiert.