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Automatisierung als Schlüssel zu neuen Märkten

Kambar-Maatkaziew-bDie Abbada Company LLC ist hauptsächlich im Anbau und der Verarbeitung von Bohnen und Obst tätig. Ihr Firmengründer, Kambar Maatkaziew, hat 2015 am MP teilgenommen. Deutschland sieht er als Tor zu den europäischen Märkten, die er beliefern möchte. Und er schätzt die hochentwickelte deutsche Automatisierungstechnik, mit deren Hilfe er sein Unternehmen für die Zukunft rüstet.

„Diese Arbeit haben früher 20 Angestellte per Hand gemacht“, sagt Kambar Maatkaziew über die neue optische Sortiermaschine für Kidneybohnen. Der Jungunternehmer hat die Anlage, die mithilfe von Kameratechnik die Bohnen nach der Farbe sortiert, während seines Trainings in Deutschland gekauft. Sie stammt von der Bühler AG, einem international tätigen Anlagenbauer und Hidden Champion der Branche. „Meine Leute haben früher in einer Stunde weniger als eine Tonne Bohnen sortiert. Die Maschine schafft das Fünffache“, sagt Maatkaziew.

Mit dem Kauf hat der 30-jährige Firmenchef den Grundstein für die Automatisierung seines Betriebs gelegt. Als nächstes will er eine Reinigungsanlage von Bühler anschaffen, pünktlich zur nächsten Erntesaison. Damit kann er Steine und unreife Bohnen auslesen und nach Größe sortieren. Dann ist seine Firma für den europäischen Markt mit seinen hohen Qualitätsanforderungen gerüstet. Mit dem Hamburger Handelsunternehmen Hartmann & Popp hat er bereits einen Liefervertrag über 500.000 Euro für die nächste Ernte unterzeichnet. „Wir haben Hartmann bisher immer über einen Zwischenhändler in der Türkei beliefert. Der hat unsere Ware sortiert und gereinigt. Jetzt exportieren wir direkt und verdienen mehr an unseren Bohnen“, sagt Maatkaziew.

Das Unternehmen unterhält auch Obstplantagen. In Yssykköl, der Grenzregion zu China, gedeihen unter anderem Äpfel und Birnen, die bald mit einem Obstaufleser der Firma Bäuerle Landtechnik geerntet werden, der einen Großteil der Erntekosten einsparen kann. Schritt für Schritt wird auf automatisierte Produktion umgestellt. „Wir haben in Deutschland viele Unternehmen besichtigt. Egal wo wir waren, die Automatisierungstechnologie hat mich immer sehr beeindruckt“, sagt Maatkaziew. Abbada verleiht und vertreibt auch Maschinen für die Landwirtschaft. Das macht rund 30 Prozent der Geschäftstätigkeit aus. Mit der Bühler AG hat Maatkaziew gerade eine Vertriebspartnerschaft unterzeichnet. „Ich schaue genau, welche Maschinen unsere Bauern brauchen, und kaufe gezielt ein“.

Durch die Modernisierung eröffnen sich Maatkaziew neue Märkte. Bisher hat er vor allem in postsowjetische Länder und nach Osteuropa exportiert. Jetzt sind seine Produkte auch für den EU-Markt geeignet. Dafür arbeitet er gerade an den nötigen Zertifizierungen. Nach Deutschland will er auch Frankreich beliefern und seinen Export in die EU verdoppeln. Seinen jährlichen Umsatz plant er um das Zwei- bis Dreifache zu steigern, auf bis zu sechs Millionen Euro. „Ich habe erst mit der Modernisierung begonnen. Ich will das Maximum erreichen“, sagt er.