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Precision Farming: Technologiesprung in der Landwirtschaft

[08.05.2019]

Landwirtschaft ist längst innovativ, digital und für die Zukunft gerüstet: Precision Farming, Smart Farming, Digital Farming oder Farming 4.0 sind Begriffe, über die derzeit öffentlich viel diskutiert wird. Innovative Technologien und aktuelle Trends in der Landwirtschaft lernten Führungskräfte aus der Ukraine, Belarus und Moldau bei einem Besuch bei RIELA kennen, einem mittelständischen Betrieb für Getreide- und Mischfuttertechnik.

Dabei erfuhren die MP-Teilnehmer, wie Ertragspotential optimal genutzt und Kosten eingespart werden können, wie Dünger optimiert verteilt wird oder selbstfahrende Traktoren miteinander kommunizieren. RIELA-Geschäftsführer und -Eigentümer Karl-Heinz Knoop stellte die einzelnen Unternehmensbereiche vor, gab Einblicke in die Geschäftsprozesse und die vielfältigen unternehmerischen Aktivitäten.

Ein wahrer Magnet für die Gruppe war der Fertigungsbereich, das Herzstück des Unternehmens. Um dem Gütesiegel „Made in Germany“ zu entsprechen, wird hier modernste 3D-CAD-Konstruktions- und Fertigungstechnologie eingesetzt. Automatisierte Laser- und Biegetechnik sichern höchsten Standard und Präzision bis ins Detail, erläuterte Knoop. RIELA hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden energieeffiziente Produkte anzubieten und auch an sich selbst den Anspruch, energieeffizient und nachhaltig zu produzieren. Das Konstruktionsprinzip ist streng auf Baukastensysteme ausgelegt. Dadurch wird die lohnintensive Endmontage in die Käuferländer verlagert und die Transportkosten können halbiert werden. 

Flexibel auf Kundenwünsche reagieren

Bei RIELA erhalten die Kunden alles aus einer Hand: An verschiedenen Standorten wird entwickelt, konstruiert, produziert, konfektioniert und vormontiert. Durch eine hohe Fertigungsbreite und große Lagerkapazitäten kann das Unternehmen kurzfristig auf die verschiedensten Anforderungen reagieren. Hier sahen die MP-Teilnehmer eine Reihe von Anknüpfungspunkten an ihre eigenen Tätigkeitsbereiche. Andrii Biloholovka und Vadym Strielkov interessierten vor allem die Themen Ökologie, alternative Energien und Nachhaltigkeit. „Das sind für uns Top-Themen und darin investieren wir viel Innovationskraft“, so die ukrainischen Unternehmer.

Biomasse als Energieträger immer wichtiger

Durch die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe nimmt die Bedeutung der Biomasse als Energieträger stetig zu. Im Zuge dieser Suche nach anwendungsfreundlichen Energien spielt die Aufbereitung von Abfallstoffen zu Wertstoffen eine immer größere Rolle. Gewerbe und Immobilien benötigen in Zukunft unabhängige und wirtschaftliche Energiequellen. „Durch Nutzung unserer speziellen Schubwende- und Bandtrockner werden organische Abfallstoffe zu attraktiven regenerativen Energieträgern,“ erklärte Knoop.

RIELA gehört heute als Global Player zu den weltweit großen Anbietern einer umfangreichen Produktpalette zum Reinigen, Fördern, Trocknen und Lagern von landwirtschaftlichen Produkten, die in eigenen Konstruktionsabteilungen entwickelt und durch modernste Technik gefertigt wird. Mit einem Exportanteil von fast 90% sind Osteuropa, Asien und Afrika die Hauptabnehmer der RIELA Nacherntetechnik. Um Kundennähe in Osteuropa zu gewährleisten, gründete RIELA schon früh Niederlassungen in Polen, der Ukraine, Rumänien und Russland. Neue Märkte entstehen zurzeit in Afrika und Indien. Ein erstes Standbein auf dem afrikanischen Kontinent ist RIELA-Africa in Tansania. Dem 1972 gegründeten Familienbetrieb gehören heute mehrere Hundert Mitarbeiter in Deutschland, Polen, der Ukraine, Rumänien, Ungarn, Russland und Tansania an. Mit einer speziell für diese Länder entwickelten Nacherntetechnik werden die bislang hohen Ernteverluste erheblich reduziert.

Die Teilnehmer des Managerfortbildungsprogramms waren beeindruckt von der Unternehmenskultur der RIELA GmbH und dem herzlichen Empfang und der Offenheit eines erfahrenen Unternehmers, dessen Lebensmotto sich der eine oder andere wohl zu eigen machen wird: „Wenn Sie etwas Gutes über mich hören, leiten Sie das weiter. Wenn es etwas Schlechtes ist, sagen Sie es mir, damit ich mich verbessern kann.“

Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein