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Eiskalte Innovationen

Die Firma Rud kennte in der Ukraine jeder. Leckereien wie „Impreza“ oder „Eskimos“ erfreuen seit vielen Jahren große und kleine Liebhaber der gefrorenen Milch- und Fruchteisspezialitäten. Swetlana Lysak ist Chefin des Laboratoriums und verantwortlich für die Qualitätskontrolle. 2016 hat sie am MP teilgenommen, um sich in Deutschland neue Impulse für ihre Tätigkeit zu holen und sich das Qualitätsmanagement in deutschen Firmen anzusehen. Dabei ist es ihr gelungen, neue Lieferverträge in die Wege zu leiten.

In Zhitomir, 120 Kilometer westlich von Kiew, steht die beliebteste Eisfabrik der Ukraine. Über 150 verschiedene Sorten werden bei Rud produziert und an rund 56.000 Verkaufspunkten ausgeliefert, die die knapp 42 Millionen Bürger der Ukraine mit den eiskalten Köstlichkeiten versorgen. Außerdem wird die Eiskrem in viele Länder exportiert, darunter Israel, Georgien, Kasachstan, Irak, Tschechien, Polen und die USA. Seit 2018 gibt es das Eis von Rud auch in Deutschland. Vertrieben wird es über die Dovgan GmbH, einem Handelsunternehmen, das sich auf den Vertrieb von osteuropäischen Lebensmitteln spezialisiert hat.

„Es hat sich gezeigt, dass es nicht leicht ist, neue Geschäftskontakte zu knüpfen“, sagt Lysak. Es mangele an Vertrauen in Geschäftspartner und Lebensmittel aus ihrer Heimat. Viele ihrer E-Mails blieben früher unbeantwortet, berichtet sie. Durch das MP habe sie gelernt, welchen Stellenwert der persönliche Kontakt einnimmt. „Ich bereite mich jetzt professioneller auf ein persönliches Treffen und den potenziellen Partner vor. Meine Unternehmenspräsentation habe ich in punkto Inhalt, Strukturierung und Gestaltung modernisiert und auf internationale Geschäftskontakte ausgerichtet“, sagt sie. Dank der guten Vorarbeit und mit Unterstützung durch den Vertrieb hat es dann mit dem ersten Vertrag mit Dovgan geklappt. Nach einer Probelieferung von Eis und gefrorenen Früchten wächst die Partnerschaft beständig. „Mit jeder Lieferung haben wir die Menge und Auswahl an Sorten erhöht. Diese Saison haben wir erstmals auch gefrorene Alkoholspezialitäten als Dessert geliefert“, sagt Lysak.

Lysak wollte durch das Programm neue Impulse für ihre Arbeit als Qualitätsexpertin bekommen. Wie jeder Lebensmittelbetrieb unterliegt auch Rud strengen Qualitätsanforderungen. Dass diese immer eingehalten werden, dafür sorgt Lysak zusammen mit 30 Mitarbeitern, die sie unter ihrer Führung hat. Vor 16 Jahren hat sie dort als Laborantin angefangen und hält der Firma seitdem die Treue. „Mir gefällt meine Arbeit“, sagt die Ingenieurin, die durch das MP ihr Know-how im Management verbessern konnte. Wichtig waren die Firmenbesuche und der Einblick in die Unternehmensführung deutscher Mittelständler für sie. Zum Beispiel bei der Pulsnitzer Lebkuchenfabrik GmbH aus Sachsen. Oder bei der Capron GmbH, einem sächsischen Reisemobilhersteller aus Neustadt, der unter anderem den Fokus auf Qualitätsmanagement, Zertifizierung und Marketing für seine Wohnmobile legte.

„Nach dem MP haben wir die Art und Weise, wie wir bisher Geschäfte angebahnt haben, verbessert“, sagt Lysak. In der Fortbildung hat Lysak gelernt, welche Besonderheiten bei der Verhandlungsführung mit deutschen Partnern zu beachten sind und wie man typische Fehler vermeidet, zum Beispiel in punkto Geschäftskleidung oder Präsente. „Durch den Deutschlandaufenthalt und das neue Wissen habe ich jetzt mehr Selbstvertrauen und arbeite strukturierter“, so die Unternehmerin. Obwohl Rud das Zertifikat für den Export in die EU und nach Deutschland besitzt, sieht Lysak es als Herausforderung an, ihre Produkte in naher Zukunft außerhalb des Nischenmarkts für osteuropäische Spezialitäten gelistet zu bekommen. Denn der Eismarkt in Deutschland ist hart umkämpft. 517 Millionen Liter Speiseeis kamen 2017 aus deutscher Produktion, damit ist Deutschland auf Platz eins in der europäischen Eisproduktion, noch vor Italien, dem Herkunftsland des „Gelato“. Trotzdem ist Lysak zuversichtlich. „Ich habe gesehen, dass unser Produkt sehr gut ist und qualitativ auf dem anspruchsvollen deutschen Markt bestehen kann. Das macht mich stolz“, sagt sie.

Fotos: © Rud/S.Lysak

 

 

MP-Absolvent fördert ukrainische Unternehmer

[04.03.2019]

Der ambitionierte Finanzexperte Valeriy Mayboroda hat vor 16 Jahren am Managerfortbildungsprogramm (MP) teilgenommen. Damals war er 25 Jahre alt und arbeitete für die ukrainische Nationalbank. Er stand noch ganz am Anfang seiner Berufskarriere, hatte aber eine klare Mission: Er wollte die Arbeit von Entwicklungsbanken studieren und mit diesem Wissen die Entwicklung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in der Ukraine unterstützen. Heute ist Mayboroda Leiter des Deutsch-Ukrainischen Fonds (DUF), der Programme zur Unterstützung von KMU durchführt.

2002 war ein geschichtsträchtiges Jahr für die EU: Mit der Ausgabe von „Euro-Kits“ bekamen die Bürger die Möglichkeit, erstmals Euro-Münzen in der Hand zu halten. Auch für das MP war es ein wichtiges Jahr: Das MP mit der Ukraine startete und mit ihm die Internationalisierung des Programms. Unter den ersten Managern, die aus der Ukraine zur Fortbildung nach Deutschland kamen, war Valeriy Mayboroda. Der Wirtschaftswissenschaftler arbeitete für die Nationalbank der Ukraine und koordinierte die Arbeit des DUF, an dem die ukrainische Nationalbank, das Finanzministerium der Ukraine und die deutsche Kreditanstalt ür Wiederaufbau (KfW) beteiligt sind.

Voll zufrieden mit dem MP

„Meine Erwartungen an das Programm haben sich zu einhundert Prozent erfüllt“, sagt der Außenwirtschaftsexperte, der während des MP die Arbeit von Finanzinstituten und Unternehmen unter die Lupe genommen hat. Mit diesem Wissen nahm er später an einer Arbeitsgruppe teil, die einen Businessplan für den Aufbau einer ukrainischen Entwicklungsbank schrieb. Damals war die Zeit allerdings noch nicht reif für solche Strukturen. „Leider hat die ukrainische Regierung den KMU noch nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Jetzt hat sie – auch durch die Krise – erkannt, wie wichtig KMU für die Entwicklung der Wirtschaft sind“, sagt Mayboroda, der inzwischen Leiter des DUF ist. Der DUF soll innerhalb der nächsten Jahre in eine Agentur zur finanziellen Unterstützung von KMU umgewandelt werden. Das sieht ein staatliches Programm zur Entwicklung der KMU bis 2020 vor. Das Regierungsprogramm wurde mit Unterstützung des EU-Programms EU4Business entwickelt.

Hilfen für den Mittelstand

„In Deutschland habe ich ein ideales Modell eines staatlichen Fördersystems für KMU erlebt“, sagt Mayboroda. Von seinem Know-how hat er viel umsetzen können, auch wenn der Businessplan als solches zunächst für die Schublade war. Zu den neuen Instrumenten, die er realisieren konnte, gehört zum Beispiel die Einführung einer Zinsvergütung nach deutschem Modell. „Es ist gut, etwas Neues zu erfinden. Aber noch besser ist es, etwas Gutes zu adaptieren. Wir brauchen kein ukrainisches Fahrrad, wenn es das bereits gibt“, so der Unternehmer. Neben Finanzierungshilfen möchte der DUF in Zukunft auch Kreditgarantien und Beratungsleistungen für Unternehmen anbieten, um diese ganzheitlich auf ihrem Erfolgsweg zu begleiten. „Nach der Handelsöffnung zwischen der Ukraine und der EU ist es für deutsche Firmen einfacher geworden. Aber unsere ukrainischen Unternehmen haben nicht die gleichen Rahmenbedingungen, den gleichen Zugang zu Finanzierungshilfen. Da müssen wir noch aufholen“, sagt Mayboroda.

MP-Absolventen profitieren von Förderung

Der DUF hat in den letzten 20 Jahren über 162.000 Kredite an KMU vergeben. Von den günstigen Zinssätzen profitieren auch einige der inzwischen rund 1.300 Absolventen des MP in der Ukraine. Zum Beispiel der Schuhfabrikant Oleg Potienko aus Browary, einer Kleinstadt in der Nähe von Kiew. Mit seiner Firma Kaman produziert er hochwertige Schuhe, unter anderem auf deutschen und italienischen Produktionslinien. Den Kredit hat Potienko für den Kauf einer neuen Produktionslinie sowie für die Aufstockung des Umlaufkapitals verwendet.

Förderprogramme sollen bekannter werden

„Viele Unternehmer haben kein Vertrauen in unsere Kreditprogramme. Sie denken, dass das Betrug ist oder nicht funktioniert“, sagt Mayboroda. Deswegen hat er das Marketing für den DUF zur Priorität erklärt. „Ich bin für absolute Transparenz. Unternehmer sollen verstehen, dass es realistisch ist, finanzielle Unterstützung von uns zu erhalten, auch wenn wir praktisch eine staatliche Struktur sind“, sagt er. Regelmäßig besucht er die Regionen und Partnerbanken und wirbt auf Veranstaltungen – auch des MP – für den DUF. Außerdem hat er ein neues Format entwickelt: Messen für den Mittelstand (www.sme-fair.org.ua), auf denen Unternehmen, Banken und Förderinstitute zusammenkommen. Und er veröffentlicht ein monatliches Factsheet mit Daten und Zahlen zu den geförderten Unternehmen. „Früher kannten nur wenige den DUF. Inzwischen kennt man uns, und es hat sich herumgesprochen, dass man uns vertrauen kann“, berichtet der Wirtschaftsexperte.

Webseite des Deutsch-Ukrainischen Fonds: http://guf.gov.ua/uk

Modernisierung in der Landwirtschaft nach MP

Der Landwirtschaftsbetrieb Winnyzjaagroproektbud aus dem Verwaltungsgebiet Winnyzja in der Ukraine baut hauptsächlich Mais, Winterweizen, Winterraps, Soja und Sonnenblumen an. 2016 hat das Unternehmen seinen Top-Manager zum Managerfortbildungsprogramm nach Deutschland geschickt. Vasyl Matienko sollte Technologien finden, um die Produktion zu modernisieren. Mit nach Hause gebracht hat er nicht nur Kontakte und Anlagen, sondern auch ein neues Anbauprodukt – die Himbeere.

GIZ: Sie haben in Deutschland neue Partner gesucht. Und auch gefunden?
Vasyl Matienko: Ja, das MP hat uns sehr geholfen, uns auf dem Markt zu orientieren und eine Auswahl zu treffen. Auf einer Veranstaltung haben wir die AMAZONEN-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG kennengelernt, deren landwirtschaftliche Maschinen uns sehr gut gefallen haben. Wir haben eine Sämaschine und eine Bodenbearbeitungsmaschine angeschafft. Dank der neuen Technologien konnten wir die Frühlingsarbeiten auf dem Feld optimal durchführen – und den Ernteertrag steigern.

Wie haben Sie Ihre Investitionen finanziert? Hinter der Finanzierung vieler Projekte in der Ukraine stehen ja internationale Geber – allein die Europäische Investitionsbank stellt drei Milliarden Euro an Finanzhilfe bereit.
Da wir eine sehr gute Bonität und Reputation haben, finanzieren Banken unsere Projekte und Anschaffungen gern. Wir hatten kein Problem, einen Kredit bei einer ukrainischen Bank zu bekommen. Die Hälfte der Investition von 340.000 Euro haben wir außerdem aus Eigenmitteln bezahlt. Während des MP habe ich viele Finanzierungsmöglichkeiten für den Erwerb von deutschen Technologien kennen gelernt, die ich bei zukünftigen Investitionen im Hinterkopf habe.

Was sind Ihre weiteren Pläne?
Wir wollen den Anbau und die Verarbeitung unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse weiter modernisieren und die Prozesse weitestgehend automatisieren. Dadurch können wir teure Arbeitskraft einsparen und alle Prozesse rund um den Anbau in optimaler Zeit erledigen. Dadurch werden wir langfristig den Gewinn steigern können.

Das klingt, als würden Sie demnächst einige Stellen abbauen. Ist das so?
Nein, wir haben sogar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Zum einen wachsen wir ja von der landwirtschaftlichen Fläche her, und zum anderen suchen wir nach neuen Anbauprodukten. Außerdem fangen wir an, mit Pflanzen zu arbeiten, die mehr Handarbeit erfordern.

Was bauen Sie auf Ihrem neuen Ackerland denn an?
Hauptsächlich unsere traditionellen Anbauprodukte. Aber wir probieren dort auch etwas Neues aus. 2016 haben wir 2.100 Setzlinge von sieben Sorten Himbeeren über einen Händler aus Deutschland erworben, die von Juni bis Oktober Früchte tragen. Wir wollen die Kulturpflanzen testen und versuchen, die Besonderheiten ihrer Kultivierung zu verstehen. Anschließend werden wir entscheiden, ob wir sie industriell anbauen.

Wie kamen Sie auf Himbeeren?
Wir haben nach einem zusätzlichen Anbauprodukt mit einem größeren Gewinn pro Hektar Anbaufläche gesucht. Und da ist uns die Himbeere über den Weg gelaufen (lacht). Sollten wir uns für den Anbau im industriellen Maßstab entscheiden, benötigen wir noch spezielle Technologien. Wir wollen hochwertige Maschinen einsetzen, gerne „made in Germany“. Wir brauchen Erntemaschinen, Gefrieranlagen und vielleicht noch Anlagen zur Verarbeitung von Beerenprodukten.

Exportieren Sie Ihre Waren auch, oder produzieren Sie nur für den heimischen Markt?
Wir arbeiten im B2B-Sektor und verkaufen an Händler. Die wiederum verkaufen einen Großteil ins Ausland weiter, nur ein geringer Teil bleibt im Land. Es kann also gut sein, dass unsere Erzeugnisse, auch die Himbeeren, ihren Weg nach Deutschland finden!

Lieber Herr Matienko, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen viel Erfolg mit den Himbeeren!

Familienunternehmen professionalisiert

Viktoria Lubenez betreibt mit vier weiteren Familienmitgliedern die Firma L-Decor. Das Kiewer Bauunternehmen unterstützt Bauherren, Architekten und Privatleute bei Neu- oder Umbauten von Immobilien in der Ukraine. L-Decor kümmert sich von der Installation der Sanitäranlagen bis zur dekorativen Wandgestaltung um so manches, was nach dem Rohbau ansteht. Als Lubenez 2015 am MP teilgenommen hat, arbeitete sie bei einem Mittelständler im Marketing. Kurz danach hat sie ihren Job an den Nagel gehängt und ist in den Familienbetrieb mit eingestiegen.

„Das Programm war ein sehr starker Impuls für mich“, sagt Lubenez, beeindruckt vom Engagement, der Professionalität und dem Erfolg der häufig familiengeführten Unternehmen, die sie in Deutschland kennengelernt hat. „Die Fortbildung hat in mir den Wunsch geweckt, mein Leben als Selbständige zu gestalten – und nicht als Arbeitnehmerin“, sagt die 33-Jährige. Seit drei Jahren arbeitet die studierte Übersetzerin nun schon als Managerin für strategische Entwicklung in dem Unternehmen mit, das ihr Bruder 2010 gegründet hat, zusammen mit weiteren Familienmitgliedern. Sechs Angestellte unterstützen die Unternehmerfamilie.

Die Mitarbeiter von L-Decor bekommen ein für die Ukraine eher unübliches Paket an Sozialleistungen. Dazu gehört zum Beispiel die Übernahme von Krankenhausleistungen, die aufgrund des maroden ukrainischen Gesundheitssystems von den Bürgern quasi selbst getragen werden müssen und schnell zu einer finanziellen Belastung werden können. Ab 2018 will Lubenez für ihre Mitarbeiter auch die Krankenversicherung tragen und als familienfördernde Maßnahme die Kosten für die Kinderbetreuung übernehmen. „Gute Mitarbeiter muss man nicht nur finden, sondern auch binden“, sagt sie. „Ich versuche, möglichst viel von dem Know-how und den Erfahrungen, die ich in Deutschland gemacht habe, in die Entwicklung unseres Unternehmens einzubringen“. Die Ausweitung der Sozialleistungen ist nur ein Teil davon.

Von ganz besonderem Wert war für das aufstrebende Familienunternehmen die Professionalisierung des Finanzmanagements, die Lubenez angestoßen hat. „Finanzen – das war für mich ein Buch mit sieben Siegeln“, sagt die Strategin. Das Know-how hatte auch sonst keiner in ihrer Familie, man hatte bisher nach bestem unternehmerischen Wissen und aus dem Bauch heraus geplant. Umso dankbarer wurden die neuen Impulse aus Deutschland umgesetzt. Einnahmen und Ausgaben werden jetzt den jeweiligen Projekten zugeordnet und analysiert. Dadurch können die Manager den tatsächlichen Investitionsbedarf ermitteln und die Wirtschaftlichkeit der Projekte beurteilen. Durch die neue Faktenlage hat die Familie eine bessere Kontrolle über die Kapitalverwendung und kann ihre Investitionspolitik effizienter steuern.

„Wir setzen uns jetzt vor jedem neuen Projekt zusammen und besprechen gemeinsam die Chancen und Risiken, auch was das gesamte Projektmanagement angeht“, sagt die MP-Absolventin. In regelmäßigen Meetings legt man Pläne und Deadlines fest. Das hilft bei der Umsetzung und Steuerung der Projekte, stößt allerdings auch an natürliche Grenzen. „Unsere Geschäftspartner in der Ukraine sind noch nicht so weit. Sie verstehen oft nicht, wie wichtig Deadlines für den Erfolg sind. Aber das ist doch nur einen Tag später, höre ich oft“, sagt Lubenez. Die Alumna bewundert Deutschland dafür, dass dort alles nach Plan läuft. „Wir haben uns noch nicht daran gewöhnt. Man muss bei sich selbst anfangen“.

Die Umstrukturierungen bei L-Decor tragen bereits erste Früchte. Gerade eröffnet der Familienbetrieb eine Niederlassung in Spanien. Außerdem hat sich die Zielgruppe des Kleinunternehmens erweitert. Zu den privaten Bauherren mit ihren Haus- und Wohnungsprojekten kommen nun auch zunehmend gewerbliche Kunden, die bei der Gestaltung ihrer Hotels, Restaurants oder Cafes auf die Dienste von L-Decor vertrauen.

Mitarbeiterzufriedenheit: Schlüssel zum Erfolg

Andrej Fialkowskij ist Geschäftsführer einer ukrainischen Engineeringfirma für Flugzeug- und Flughafenbau. Die schwere Wirtschaftskrise, die sein Land in den letzten Jahren durchlitten hat, wirkte sich auch auf sein Unternehmen aus. Durch eingeschränkte Wirtschaftsbeziehungen mit Russland verlor der Mittelständler wichtige Kunden. Als Fialkowskij 2015 am MP teilnahm, wollte er in erster Linie neue Partner finden, um diese Lücke zu schließen. Den größten Zugewinn durch das Programm, sagt er, habe er jedoch in punkto Personalmanagement bekommen.

Die Angestellten der Progresstech-Ukraine GmbH sind zufrieden. Und das teilen sie auch gern über soziale Netzwerke. „Es ist cool, bei Progresstech zu arbeiten“, heißt es in nationalen Jobportalen wie work.ua oder Netzwerken wie Facebook und vk.com. Fialkowskij ist stolz auf den digitalen Marketingerfolg. Denn die positive Haltung seiner Mitarbeiter kommt nicht von ungefähr. Sie ist das Ergebnis der Neuerungen, die er eingeführt hat, nachdem er gesehen hat, welchen Stellenwert und welche Wertschätzung Mitarbeiter in Deutschland erfahren. „Wir fragen unsere Mitarbeiter jetzt regelmäßig nach ihrer Meinung“, sagt der Betriebswirt.

Zwei Mal im Jahr hält er Mitarbeiterversammlungen ab. Die Vorschläge und Kritikpunkte, die dort eingeholt werden, sind oft der Auslöser für die Optimierung von Produktionsprozessen oder sozialen Programmen. Außerdem gründete Fialkowskij ein Expertenrat nach deutschem Vorbild, dem pensionierte Mitarbeiter angehören. Sie werden beispielsweise bei schwierigen Fällen oder Strategieangelegenheiten konsultiert. So bleibt ihr Know-how der Firma erhalten.

Auch der Bereich Personalentwicklung gewann an Bedeutung. Für jeden der über 500 Mitarbeiter erstellten die Personalverantwortlichen einen individuellen Entwicklungsplan. Als Corporate-Benefit-Maßnahme wurde ein leistungsorientiertes
Punktesystem eingeführt, bei dem Mitarbeiter am Ende des Jahres ihre Punkte
umwandeln können, zum Beispiel in Versicherungsleistungen oder in Fitness-
Programme. Auch soziale Projekte finden vermehrt statt – z.B. sammeln die Mitarbeiter unternehmensweit Sachspenden und verteilen diese an Kinderheime. „Die Besuche bei den Kindern gehören zu sehr bewegenden Momenten für unsere Kollegen, die diese Spendenaktionen koordinieren“, berichtet Fialkowskij. Als Ergebnis seiner Neuerungen verzeichnet er weniger Fluktuation, eine gestiegene Motivation und einen besseren Zusammenhalt seiner Mitarbeiter.

Durch seine zukunftsweisenden Managementmaßnahmen konnte Fialkowskij sein
Unternehmen stärken sowie neue Märkte erschließen. 2016 eröffnete eine Firma aus der Progresstech-Gruppe eine Niederlassung in Warschau, um von hier aus den europäischen Markt zu bedienen. „Wir brauchten ein europäisches Gesicht“, sagt der Geschäftsführer. Polen sei der perfekte Standort für ihn, da es ein EU-Land sei, gleichzeitig aber in der Mentalität und sprachlich der Ukraine nahe stünde. Von Polen aus steuerte Progresstech zum Beispiel den Umbau einer Boeing 787 zu einem VIP-Jet für ein Engineering Unternehmen aus Bayern. Für ein Reparatur- und Serviceunternehmen für Flugzeuge ist das Progresstech seit 2015 als Servicepartner tätig und unterstützt bei der Wartung der Schwer- und Großfrachtmaschinen in Leipzig. Weitere Länder im EU-Portfolio der ukrainischen Firma sind Frankreich und Großbritannien.

„Ich habe in Deutschland gelernt, dass es nicht darum geht, Türklinken zu putzen. Erst einmal muss man Vertrauen aufbauen“, sagt Fialkowskij. Große Firmen könne man mit einer beeindruckenden Präsentation überzeugen. Mittelständische Familienunternehmen in Deutschland wählten ihre Partner anders aus, berichtet er. Hier zähle der persönliche Kontakt. Regelmäßig besucht der vierzigjährige Manager daher einschlägige Branchenmessen in Deutschland und Europa und trägt damit dazu bei, das Vertrauen in seine Firma und in sein Land aufzubauen.

Universitätsklinik trotzt der Krise

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und das bedeutendste Wissenschafts- und Bildungszentrum des Landes. Mehr als 40 Universitäten und Hochschulen sind hier angesiedelt. Die Stadt unterhält auch eine eigene Universitätsklinik, die mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt, darunter die Herzspezialistin Fatima Abduewa. Die 36-jährige Ärztin hat 2015 am Managerfortbildungsprogramm in Deutschland teilgenommen, um die Arbeitsweise von medizinischen Einrichtungen in Deutschland kennen zu lernen und Kontakte zu deutschen Kliniken aufzubauen. Im „Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH“ in Berlin hat sie eine Einrichtung gefunden, mit der sie inzwischen nicht nur berufliche, sondern auch freundschaftliche Verbindungen pflegt.

Charkiw. Kurz nach dem MP hatte Fatima Abduewa schon alle Hände voll zu tun. Sie steckte mitten in den Vorbereitungen für ein deutsch-ukrainisches Seminar zum Thema „Chronische Schmerzen“, das sie zusammen mit einer Reihe von deutschen und ukrainischen Partnern ausgerichtet hat. Über 60 Ärzte des Landes konnten sich während der zweitägigen Veranstaltung über den aktuellen Stand der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen in Deutschland informieren. Hauptdozent auf deutscher Seite war Dr. Michael Schenk, der damalige Leiter des Zentrums für integrative Schmerzmedizin des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe. Schenk und Abduewa hatten sich während des MP in Deutschland kennen gelernt und die Kardiologin hatte ihm von ihrem Plan erzählt, die Behandlung von Schmerzpatienten in der Ukraine voranzutreiben. Schenk war ihrer Einladung, sein Fachwissen auf diesem Gebiet zu teilen, gern gefolgt. Die erste gemeinsame Veranstaltung markierte den Beginn einer langfristigen Bildungspartnerschaft, die 2016 in Form eines offiziellen bilateralen Abkommens zwischen den Kliniken besiegelt wurde. „Wir sind inzwischen nicht nur Partner, sondern auch Freunde geworden“, sagt die MP-Teilnehmerin. Zu den Unterstützern der ersten Maßnahme gehörten das Konsulat und die Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Charkiw, das hessische Medizintechnikunternehmen B. Braun Melsungen AG und der ukrainisch-deutsche Medizinerbund „Udamed“, der unter Mitwirkung einer anderen MP-Absolventin, Anna Novikova, entstanden ist. Im Anschluss daran organisierte Abduewa eine Folgeveranstaltung, die sich an Krankenschwestern richtete und mit über 100 Teilnehmerinnen sehr gut besucht war. Außerdem reisten vier Ärzte der Universitätsklinik für eine einmonatige Fortbildung nach Berlin. Im selben Jahr wurde unter Abduewas Mitwirkung auch ein eigenes Schmerzzentrum an der Uniklinik eingerichtet. „In dieser Form ist das eine absolute Neuheit in der Ukraine“, sagt sie.

Zu den Aufgaben der jungen Kardiologin gehört auch, die Modernisierung der Klinik weiter voranzutreiben. Durch die angespannte wirtschaftspolitische Situation und den schwankenden Währungskurs ist das zu einem sehr schwierigen Thema geworden, das jedoch trotzdem nicht an Bedeutung verliert. „Wir machen im Moment kleine Schritte. Es ist wichtig, den Anschluss nicht zu verlieren“, beschreibt Abduewa ihre Herangehensweise. Nach dem MP hat die Klinik beispielsweise ihren Etat für Arbeitsmittel aufgestockt und ein minimal-invasives chirurgisches Instrument der KARL STORZ GmbH & Co. KG erworben.

Nicht nur die messbaren, wirtschaftlichen Folgen des Programms sind wichtig, findet Abduewa. Viel bedeutender sind für sie der Austausch, das Networking und die länderübergreifende Zusammenarbeit. „Das Programm trägt dazu bei, die Grenzen zu öffnen“, sagt sie.

Neue und alte Geschäfte

Bislang hat sich „Truck Motors“ aus dem ukrainischen Sumy mit KFZ-Reparatur und Ersatzteilhandel begnügt. Das wird sich nun ändern: Yevgen Kabanets, Inhaber und Geschäftsführer, will die Landtechnik der Firmen Agravis und Fricke in der Ukraine vertreiben. Auch das Altgeschäft wird aufpoliert. Dafür sollen Kabanets‘ Mitarbeiter demnächst die Schulbank drücken – mit Unterstützung des deutschen DEULA-Verbands.

Kharkiv. Dass sich Yevgen Kabanets in Deutschland gelangweilt hat, kann keiner behaupten. Konkrete Projekte und Aufträge hat der ukrainische Geschäftsmann bereits in der Tasche. Ab 2015 soll er eine Vertretung der Firma Agravis in der Ukraine übernehmen. Entsprechende Verträge bereitet die Geschäftsführung von Agravis vor und bringt sie bei einem avisierten Besuch in Kharkiv zur Unterzeichnung mit. Auch ein Projekt mit der Firma Fricke ist in vollem Gange. Fricke hat bereits 45 Standorte in 17 Ländern und ist sehr an einer weiteren Expansion in der Ukraine interessiert. So sehr, dass Fricke-Experten bereits in Kharkiv waren, um gemeinsam die Projektplanung für die Erweiterung der ukrainischen Firma im Bereich Service und Reparatur zu erstellen. Anfang Juni 2014 verhandelte man über weitere Vertragsdetails. Die ersten zwei Jahre soll Kabanets als Händler auf dem ukrainischen Markt auftreten. Wenn sich die politische Lage stabilisiert hat, werden weitere Verhandlungen über einen Exklusivvertrag geführt.

Mit dem MP verband der Unternehmer auch die Hoffnung, sich schneller im neuen Marktsegment Agrartechnik-Service zu behaupten. Hier waren neue Managementmethoden notwendig, die er sich im Rahmen des Programms detailliert und praxisorientiert angeeignet hat. „Endlich konnte ich die Arbeitsprozesse großer Unternehmen kennen und begreifen lernen“, berichtet Kabanets. Einiges davon hat er für seine eigene Firma übernommen, wie z.B. sorgfältige Analyse der Kundenwünsche und -probleme. Um Kunden langfristig zu binden, wird der gesamte Prozess von der Warenannahme über Service bis hin zur Auswertung der Kundenzufriedenheit genauestens von zuständigen Mitarbeitern überwacht. „Wir untersuchen jeden Fehler, jede Kundenbeschwerde, damit sie nicht wieder vorkommen“, sagt der Teilnehmer. Auch ein neues kundenfreundliches Benachrichtigungssystem bei Fertigstellung hat er erfolgreich implementiert.

Um in der Landtechnikbranche Fuß zu fassen, reicht es jedoch nicht, wenn nur der Chef die neusten Methoden beherrscht: Auch das Personal braucht fachgerechte Weiterbildung. Agrartechnische Bildungseinrichtungen des bundesdeutschen Verbands DEULA gehören zu den bedeutendsten regionalen und überregionalen Anbietern in dieser Branche. Grund genug für Kabanets, die Ausbildung seiner Mitarbeiter als Multiplikatoren für den technischen Support in die Hände von DEULA zu legen. In Deutschland konnte der Unternehmer erste Gespräche mit DEULA und einem Vertreter des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums führen. Das Ministerium soll bei landwirtschaftlichen Praktika unterstützen und DEULA prüft, welche Möglichkeiten es generell für die Aus- bzw. Weiterbildung gibt. Konkret schwebt Kabanets ein Schulungszentrum vor, wo ukrainische Fachkräfte anhand von DEULA-Methodik den technischen Support für Agrartechnik erlernen. Auch denkt er über gemeinsame Schulungen mit den großen Agrartechnikanbietern wie Claas, RIELA und AMAZONE vor Ort. Und sucht nach einer Möglichkeit, einige Servicecentren zu eröffnen, die sich – durch Claas autorisiert – auf Reparatur und Wartung der Claas-Agrartechnik spezialisieren. „Die Teilnahme am MP eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht einen anderen Blick auf das eigene Geschäft, welches davon sehr profitiert“, resümiert der Unternehmer.

Medizin nach deutschem Vorbild

dsc_0491Anna Nowikowa ist Ärztin mit Leib und Seele. Seit 15 Jahren arbeitet sie in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Die Spezialistin für Ultraschalldiagnostik setzt sich für den Dialog mit Fachkollegen in Deutschland ein und engagiert sich beim ukrainisch-deutschen Ärztebund Udamed.

„Kurz nach meiner Rückkehr vom MP, im August 2014, bekam ich einen Anruf. Der Medizinerbund Udamed hat mich zu seiner ersten Sitzung eingeladen, um von meinen Erfahrungen in Deutschland zu hören“, erzählt Nowikowa. Der Verband geht auf eine Ärzteinitiative zurück, die vom deutschen Konsulat in Charkow und anderen Institutionen unterstützt wird. Die Medizinerin gesellte sich zu den Gründungsmitgliedern und prägt die Entwicklung des Vereins mit. In enger Zusammenarbeit mit dem Ärztebund hat Nowikowa jüngst den praktischen Teil eines Studiengangs für internationale Medizinstudenten in Charkow ausgerichtet, der im Wintersemester 2016 begonnen hat. In diesem Rahmen gibt die MP-Absolventin jetzt ihr Wissen in der Computertomographie und Ultraschalldiagnostik weiter. Gelehrt wird unter anderem an deutscher Technologie.

dsc_0384Grundsätzlich sollten Kooperationen im Gesundheitsbereich auf eine nachhaltige Zusammenarbeit angelegt seien, nicht auf kurzfristigen Profit, findet Nowikowa. Ihr Hauptengagement liegt deshalb im Bereich Wissenstransfer und Bildung. In den letzten Jahren hat sie einige deutsch-ukrainische Konferenzen mitorganisiert, eine davon war der Umsetzung der Gesundheitsreform in Charkiw und dabei in erster Linie der Rolle der internationalen Zusammenarbeit gewidmet. Besonders am Herzen liegt ihr die Weiterentwicklung der Tele- und Palliativmedizin und die Durchführung von Reha-Maßnahmen nach deutschem Vorbild. Seit ihrer MP-Teilnahme bietet Nowikowa an ihrer Klinik Gesundheits-Check-ups wie in Deutschland an, denn  Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge stecken in der Ukraine generell noch in den Kinderschuhen. Angefangen hat sie mit Vorsorgeprogrammen innerhalb der Kardiologie, Onkologie und Neurologie. Weitere Bereiche sollen hinzukommen, analog zum Angebot in großen deutschen Kliniken.

dsc_0770Gern würde Nowikowa ihren Patienten eine Versorgung wie in Deutschland bieten. Das Gesundheitssystem in der Ukraine ist marode, es gibt quasi keine staatliche Grundversorgung mehr. „Zurzeit werden Leistungen in Höhe von zehn Cent pro Tag gedeckt. Davon können wir nicht mal den Strom bezahlen“, erzählt die Ärztin. Eine Neuerung nach deutschem Vorbild konnte sie aber umsetzen – die Einführung von elektronischen Krankenkarten. Zusammen mit einem Techniker hat sie die digitale Datenerfassung Ende 2014 an den Start gebracht und das Personal in der Anwendung geschult. Dadurch spart sie Zeit und verringert die Fehlerquote durch schlecht lesbare Handschrift. Außerdem erleichtern die Karten die Überweisung in deutsche Spezialkliniken.

Einige Firmen in der Ukraine haben Krankenversicherungen für ihre Mitarbeiter und unterhalten eigene Kliniken. Die meisten Leistungen im Land werden jedoch privat gedeckt. Hier gibt es gute Chancen für Kooperationen. Die Möglichkeiten auf dem privaten Gesundheitsmarkt seien aber noch nicht ausgeschöpft, ist Nowikowa überzeugt. „Dass wir hier trotz der Schwierigkeiten annähernd normale Arbeits- und Lebensbedingungen haben, können sich die meisten gar nicht vorstellen“, sagt sie. Als im letzten Jahr ein Arzt vom Berliner Zentrum für integrative Schmerztherapie mit einem Vortrag zur Behandlung von chronischen Schmerzpatienten zu Gast war, wunderte er sich, dass in Charkow kein Krieg ist, erzählt Nowikowa. Sie appelliert an eine bessere Informationspolitik und Aufklärung. Das MP sieht sie dabei als gute Unterstützung.

Zur Innovation inspiriert

Tomaschko, Natalja

Das Warenlager von Natalja Tomaschko lässt Kinderherzen rund um den Globus höher schlagen. Die Regale sind prall gefüllt mit Experimentierkästen, Zauberkästen, Brettspielen, Bastelsachen und vielen anderen Spiel- und Lernartikeln. Mit einem Sortiment aus mittlerweile 1.500 Artikeln und einem Jahresumsatz von über drei Millionen Euro hat es die Unternehmerin in einem guten Jahrzehnt bis an die Spitze der ukrainischen Spielwarenfabrikanten geschafft. Um ihre Marktposition in Deutschland auszubauen, hat sie 2014 am MP teilgenommen.

„Deutsche Firmen sind hoch automatisiert. Das hat mich beeindruckt“, sagt die Geschäftsfrau. Als sie mit ihrer MP-Gruppe zu Besuch bei einem Getränkeabfüller war – wovon sie sich für ihre Branche eigentlich nicht viel versprochen hatte – kam ihr die Idee, die Abfülltechnik in der Produktion von Aquarellfarben einzusetzen. „Die Farben wurden bei uns damals von Hand abgefüllt. Der Prozess war zeitaufwendig, kostenintensiv und fehleranfällig“, sagt sie. Tomaschko recherchierte nach einer geeigneten Maschine und wurde in Deutschland fündig. 2015 kaufte sie die 100.000 Euro teure Anlage, die seit 2016 im Einsatz ist. „Die Anschaffung hat sich in zwei bis drei Jahren rentiert. Übrigens, ganz ohne Kredit“, sagt die Finanzexpertin und Wirtschaftsfachfrau, die die Gewinne aus dem Saisongeschäft investiert hat. Die neue Technologie hat die Produktivität verzehnfacht. Während früher pro Schicht 200 Artikel hergestellt wurden, sind es jetzt 2.000. Die Automatisierung half, die Qualität und Genauigkeit beim Abfüllen zu verbessern und die Mietausgaben zu senken: Die Maschine benötigt nämlich zwanzig Mal weniger Platz.

img_2922Ihr Sortiment wird unter der Marke „Ranok Kreativ“ verkauft. Und An Gro Plus ist damit nun das einzige Unternehmen in der Ukraine, das Aquarellfarben vom Band produziert. Dass die Konkurrenz bald nachrüstet, hält die Unternehmerin für wenig wahrscheinlich. „Dafür müssen sie erst die Erfahrungen machen, die ich in Deutschland gemacht habe“, sagt sie.

Die angespannte wirtschaftliche und politische Situation in der Ukraine geht an ihrem Geschäft vorbei. „An Kindern wird als Letztes gespart. Wir haben keinerlei Rückgänge im inländischen Verkauf. Der macht mit drei Vierteln das Gros unseres Geschäfts aus“, sagt die MP-Absolventin. Damit gehört sie zu den wenigen Unternehmern im Land, die das von sich behaupten können. Tomaschko selbst hat einen zwölfjährigen Sohn. „Alexander ist im gleichen Jahr auf die Welt gekommen, in dem wir mit der Firma gestartet sind. Das war alles sehr turbulent. Die ersten Muster von Kinderpostern wurden mir auf die Säuglingsstation gebracht“, erinnert sie sich. Dadurch ist ihre persönliche Geschichte eng mit der Firmengeschichte verbunden.

img_3365Auch das Auslandsgeschäft läuft stabil, mit Lieferungen nach Deutschland, Polen, Griechenland, Spanien, Litauen und Tschechien. Zwar hat Tomaschko ihren Plan, neue Kunden in Deutschland zu finden, nicht realisieren können. Mehr als ein Jahr hat sie mit einem großen deutschen Lebensmitteldiscounter verhandelt. Man konnte sich bisher aber nicht über die Konditionen einigen. Dennoch lässt sie von ihrem Ziel nicht ab. Im Gegenteil: Die Unternehmerin plant die Eröffnung einer Repräsentanz in Deutschland. „2015 haben die Deutschen drei Milliarden Euro für Spielzeug ausgegeben. Deutschland ist damit neben Frankreich der attraktivste Markt für die Spielwarenindustrie in Europa“, erklärt sie. Zurzeit laufen Verhandlungen, die Niederlassung soll voraussichtlich 2018 in Berlin eröffnen.

Für ihren Zwölfjährigen bringt Tomaschko immer noch gern neue Spiele mit. „Wenn wir den Geburtstag meines Sohnes feiern, feiern wir immer auch den Geburtstag von unserer Firma“, sagt die ukrainische Geschäftsfrau.

Innovative Gesundheitssnacks von morgen

img_0022„Es war für mich sehr motivierend zu sehen, mit welchem Enthusiasmus in Deutschland Firmen geführt werden und welche Unterstützung sie haben“, sagt Sergiy Schakola über sein Training. Als er 2007 nach Deutschland kam, war er stellvertretender Leiter einer ukrainischen Bankfiliale. Während seines Aufenthalts wuchs in ihm der Wunsch, sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Am liebsten im Bereich der gesunden Ernährung, mit der er sich zu dieser Zeit viel beschäftigte. Doch erst 2011 war es soweit. Schakola hing seine Bankkarriere an den Nagel und eröffnete einen Online-Versandhandel für Nüsse, Trockenfrüchte, Getreide, Bio-Waschmittel etc., im darauffolgenden Jahr schließlich einen Bioladen. Begleitend organisierte er Festivals, Vorträge und Seminare, um in der Ukraine für sein Lieblingsthema zu werben. Auf einem Vortrag erzählte ihm ein Gast von seinem Plan, einen gesunden Snack zu entwickeln und darauf ein Unternehmen aufzubauen. Das war 2013.

Doch das Jahr 2014 durchkreuzte jäh alle Pläne des ökobegeisterten Unternehmers. Die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Ukraine rückten seine Heimatstadt Donezk mitten ins Zentrum des Geschehens. Mit einem Mal fand Schakola sich vor einem Scherbenhaufen wieder. Schweren Herzens ließ er seine Heimat zurück. Reiste mit seiner Frau und seinen Kindern nach Kiew. Und rappelte sich wieder auf. In der Hauptstadt schloss sich der Unternehmer mit jenem Vortragsgast zusammen, der ihm seinerzeit von dem gesunden Snack erzählte, und stieg in die neu gegründete Firma Futurefood ein. Kurze Zeit später wurde er Partner und Geschäftsführer. Seit Anfang 2015 produzieren sie „Futurechips“, die zu 100 Prozent aus Leinsamen bestehen und ohne Chemie auskommen. Das Ziel war, einen gesunden Snack zu kreieren, der dem Geschmack von Kartoffelchips maximal ähnlich ist. Obwohl das Start-up noch kein Jahr alt ist, können die Gründer schon davon leben und haben die ersten Mitarbeiter eingestellt. Ihre Chips vertreiben sie bisher vornehmlich auf dem heimischen Markt in Bio-Läden und in Supermärkten.

Erst durch die Teilnahme am MP ist der Betriebswirt zum Unternehmer geworden, seinen internationalen Durchbruch will er jetzt mit Hilfe eines weiteren Förderprojekts schaffen. Im Rahmen des Freihandelsabkommens zwischen der EU und der Ukraine werden Agrarunternehmen beim Markteintritt in die EU unterstützt. Futurefood nimmt an der Maßnahme teil. „Ein Europäer konsumiert im Schnitt sechs Kilo Snacks im Jahr, ein Deutscher drei Kilo – und ein Ukrainer bringt es nur auf ein halbes Kilo“, sagt Sсhakola, der sich – trotz des geringeren Verbrauchs – für Deutschland als Eintrittsmarkt entschieden hat. „Durch das MP kenne ich meine potentiellen Kunden. Und ich weiß, dass meine Idee auf dem deutschen Markt funktioniert“, sagt der Jungunternehmer.

Bisher ist die Produktionsmenge von Futurefood überschaubar. 120.000 Tüten werden im Jahr hergestellt. „Wir haben alles mit Eigenkapital gestemmt, ohne Kredite“, sagt Sсhakola stolz. Bald wird das Sortiment um zwei weitere Geschmacksrichtungen erweitert – Kräuterchips und süße Chips, letztere auf Grundlage von getrockneten Früchten. Sein Rezept hat Sсhakola patentieren lassen. Die Produktion und Zusammensetzung sei einmalig am Markt, sagt er. Die besten Kunden sind übrigens seine vier Kinder, die schon ungeduldig auf die neuen Geschmackskreationen warten.

Am 2. September 2016, der in Kiew als Unternehmertag gefeiert wird, erhielt Schakola eine offizielle Dankesurkunde. Wie ca. 100 andere Unternehmer, ehrte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko auch ihn für seinen großen Beitrag zur Entwicklung des Unternehmertums und der Marktinfrastruktur in Kiew sowie für seine Professionalität.

Grundstein für die Europäisierung gelegt

Y.RogozhkinJaroslaw Rogozhkin arbeitet seit 2001 im B2B-Marketing. Der 38-jährige Charkiwer bietet Services für Unternehmen an, berät sie und findet die passende Lösung. Mit seiner Firma „Wostokmetalltorg“ hat er sich auf komplexe technische, logistische und Marketing-Lösungen für Industriekunden spezialisiert, insbesondere für Unternehmen aus der Metallindustrie, dem Maschinen- und Bergbau, aber auch aus der Lebensmittelbranche, der Landwirtschaft oder der Bauindustrie. Darunter fallen beispielsweise Anlagen mit Metallfördergurten für die Lebensmittelindustrie, die Elektroindustrie oder den Maschinenbau.

Am Training in Deutschland hat er 2013 teilgenommen, um seine Management- und Marketingkenntnisse zu erweitern. „Ich arbeite im B2B. Da ist gutes Marketing wichtig. Ich wollte mir angucken, wie das in Deutschland läuft“, sagt Rogozhkin. Das Programm war für ihn eine, wie er sagt, „einzigartige Erfahrung“, und eine „Wissensvermittlung auf hohem Niveau“. Gerade in der Kombination von Seminaren und Unternehmensbesuchen sieht er den Mehrwert für sein Unternehmen, denn er konnte notwendiges Wissen erwerben und bei den Unternehmensbesuchen viele Inspirationen für seinen Geschäftsablauf mitnehmen. „Wir sind ein kleines Unternehmen, und wir wollen groß werden. Dafür brauchen wir Know-how und Kontakte“, sagt er.

Vor seiner Fortbildung hatte Rogozhkin wenig internationale Geschäftserfahrung. Seine Kunden kamen alle aus der Ukraine, wenn er Waren für „Wostokmetalltorg“ importiert hat, dann aus Russland. Mit dem mittelständischen Unternehmen Rothstein Metallfördergurte GmbH & Co. KG ist es ihm gelungen, während seines Aufenthalts eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung nach Deutschland aufzubauen. 2013 hat er seine ersten Waren bei den Gummersbachern eingekauft, der Kunde war eine ukrainische Zuckerfabrik. 2014 und 2015 folgten weitere Lieferungen, unter anderem für einen Produzenten von nichtrostenden Stahlrohren.

Um den Weg für weitere Geschäftsbeziehungen zu ebnen, ist Rogozhkin exklusiver Händler und Interessensvertreter des westfälischen Familienunternehmens in der Ukraine geworden. Er ist bescheiden geblieben: Den Kontakt wertet er nicht als Erfolg, sondern lediglich als Rückmeldung. Viel wichtiger sei ihm, dass er durch den Aufenthalt und den Geschäftskontakt den Grundstein für seine Internationalisierung gelegt habe, sagt er. Auf seine Erfahrung will er aufbauen und weiter expandieren. „Ich sehe jetzt die Notwendigkeit der Internationalisierung, ja der Europäisierung meiner Firma. Auch in Form des Exports nach Deutschland. Dabei geht es um ein Zusammenspiel zwischen der Europäischen Union und der Ukraine, nicht nur um eine Import/Export-Beziehung“, sagt er. „Gerade für mittelständische deutsche Unternehmen ist es schwer, den Weg in die Ukraine zu finden. Ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann und wenn beide Seiten dazu gewinnen“, sagt der Geschäftsmann.

 

Vorname, Nachname: Jaroslaw Rogozhkin

Unternehmen: Wostokmetalltorg, Charkiw, Ukraine

Branche: Handel

Funktion: Direktor

Fortbildung in Deutschland: 08. April – 04. Mai 2013

Fortbildungszentrum: TÜV Rheinland Akademie GmbH, Köln


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Backwaren in deutscher Qualität für neue Märkte

BP_UA_StanislawskiWenn man durch den Westen der Ukraine fährt, am Fuße der Ukrainischen Karpaten vorbei, und die Landstraße T0904 nimmt, dann kommt man durch die Kleinstadt Obertyn. Im Zentrum des Städtchens sticht ein besonderer Bau ins Auge – „Zlatas Schloss“. Es ist ein historisch anmutender Neubau von Bogdan Stanislawsky, den er 2014 fertiggestellt hat, als er vom MP in Deutschland zurückgekommen war. „In Deutschland wird selbst in den kleineren Städten immer etwas angeboten, wo die Leute hingehen und sich treffen können. Das gibt es bei uns nicht. So etwas habe ich mir auch für Obertyn gewünscht“, sagt er. Und hat es kurzerhand selbst in die Hand genommen. Zlatas Schloss beherbergt neben gastronomischen Einrichtungen und Geschäften auch ein Museum und einen Jugendclub auf 300 Quadratmetern. Und man kann hier ofenfrisch die Brot- und Konditor-Köstlichkeiten von „Ober-Chlib“ kaufen, die wenige hundert Meter entfernt in einer modernen Großbäckerei hergestellt werden. Auch die gehört zum unternehmerischen Portfolio von Stanislawsky, der eigentlich Bauunternehmer ist und mit seinem Hauptgeschäft rund sieben Millionen Euro im Jahr umsetzt.

„Man sollte nicht alle Eier in ein Nest legen“, sagt der Unternehmer. Deshalb, und weil es den Bedarf in der Region gab, hatte er 2006 eine kleine Bäckerei eröffnet. Die lief so gut, dass er sich vergrößern musste. Produziert wird jetzt mit Anlagen der MIWE Michael Wenz GmbH und der DIOSNA Dierks & Söhne GmbH. Unter anderem hat Stanislawsky Backöfen, Knetmaschinen und eine energieeffiziente Kühlanlage in Deutschland angeschafft und dafür rund 700.000 Euro ausgegeben. Seine Fachkräfte hat der Geschäftsmann in der Ukraine von MIWE schulen lassen, die eine Vertretung im 180 km entfernten Lwiw haben. Oft kommen potentielle Kunden aus dem Land nach Obertyn, um sich seine Anlagen anzuschauen, bevor sie Kaufentscheidungen treffen.

Eigentlich läuft alles gut für den Geschäftsmann. Er hat mehrere Standbeine und ist krisenfest aufgestellt. Aber auch er leidet unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umständen. „Die Kaufkraft ist gering. Man kann zwar produzieren, aber schlecht verkaufen“, sagt der Betriebswirt. Das bekommt er in allen seinen Geschäftszweigen zu spüren. Gerade arbeitet er an der ISO-Zertifizierung von „Ober-Chlib“. Die benötigt er, wenn er seine Produkte in anderen Ländern verkaufen will. Denn auch in den kaum zweihundert Kilometer entfernten angrenzenden Ländern Polen, Slowakei, Rumänien, Ungarn und Moldau lassen sich hochwertige Backwaren zu einem günstigen Preis gut verkaufen. Stanislawsky rechnet damit, das begehrte Zertifikat noch im Jahr 2015 zu erhalten. Als erstes will er sein Glück in Polen versuchen. Das bedeutet jedoch nicht, dass er sich vom ukrainischen Markt zurückziehen will. „Ich komme aus der Gegend, und ich möchte hier bleiben“, sagt er. Seine gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmer nimmt er sehr ernst. Erst kürzlich hat er ein leerstehendes altes Kinotheater in Tlumatsch, der nächstgrößeren Stadt und Namensgeberin für das Gebiet, erworben. Nach der Renovierung hat er einen Teil des Gebäudes der römisch-katholischen Gemeinde überlassen. An diesem Ort stand einstmals eine kleine Kirche. Nun werden hier mit Stanislawskys Hilfe wieder Messen gefeiert.

 

Vorname, Nachname: Bogdan Stanislawsky

Unternehmen: Stanislavskiy Ltd, Obertin, Ukraine

Branche: Lebensmittelherstellung, Baugewerbe

Funktion: Eigentümer

Fortbildung in Deutschland: 06. Oktober – 03. November 2013

Fortbildungszentrum: ARGE Konsortium Neue Bundesländer, Dresden

 


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Ukrainischer Buchproduzent steigt ins EU-Geschäft ein

Popowitsch2Seit zwanzig Jahren dreht sich bei Olexander Popowitsch alles ums Buch. Bald sein halbes Leben hat er ihm gewidmet. 2012 ist der 46-jährige über verschiedene Zwischenstationen in großen Verlagen und Buchdruckereien Geschäftsführer eines mittelständischen Produktionsbetriebs für Bücher und Zeitschriften geworden. Jedes vierte in der Ukraine produzierte Buch kommt aus seiner Fabrik UNISOFT. Mit rund 300 Mitarbeitern hat er 2014 einen Umsatz von 10 Millionen Euro erwirtschaftet.

Wachstum erhofft sich Popowitsch vor allem von dem Auslandsgeschäft, insbesondere von dem europäischen Markt. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir den Umsatz mit der EU um 50 Prozent steigern“, sagt er. Die Vorzeichen für die Zusammenarbeit mit europäischen Verlagen stehen gut. Im Rahmen des Assoziierungsabkommens mit der Ukraine schaffte die EU bereits 2014 die Einfuhrzölle für ukrainische Produkte ab. Dadurch kann der Charkiwer seine Bücher in Europa zu einem deutlich günstigeren Preis anbieten.

Der wichtigste und zugleich Eintrittsmarkt in das EU-Geschäft ist für UNISOFT Deutschland, das 2014 neun Milliarden Euro im Bereich Bücher und Zeitschriften umgesetzt hat. „Wir bieten uns als Outsourcing-Unternehmen für deutsche Verlage an. 90 Prozent unserer Anlagen kommen aus Deutschland, von der König & Bauer AG und von der KOLBUS GmbH und Co. KG. Die Verbrauchsmaterialien wie Papier, Pappe, Farbe und Klebe kommen aus Deutschland und der EU. Und weit weg sind wir auch nicht“, sagt der Betriebswirt und Elektroingenieur.

Trotzdem verlief das Geschäft zunächst schleppend. Die ersten Annäherungsversuche fanden 2007 statt und blieben erfolglos. Erst 2014 ist das Geschäft ins Rollen gekommen. „Als die Zölle wegfielen, haben wir uns sehr gefreut und dachten, dass uns das allein neue Märkte bringt. Aber so war es nicht. Nach den ersten erfolglosen Kontakten haben wir gemerkt, dass es große Unterschiede im Geschäftsaufbau zwischen unseren Ländern gibt“, sagt Popowitsch. Um diese Lücke zu schließen, hat der Geschäftsmann Ende 2014 am MP in Deutschland teilgenommen. Die wichtigste Erkenntnis aus seinem Aufenthalt fasst er so zusammen: „In der Ukraine ist der Preis das Wichtigste, in Deutschland ist es eine professionelle Außendarstellung und eine klare Kommunikationslinie“. Als erstes hat er daraufhin seine Unternehmenspräsentation überarbeitet. Die Homepage gibt es jetzt viersprachig, und sie wird ständig aktualisiert. Und seine Mitarbeiter bekommen einmal pro Woche einen kostenlosen Englischkurs während der Arbeitszeit. Die Verkaufsmanager, die mit deutschen Verlagen verhandeln, bekommen zusätzlich Deutschunterricht. Denn: „Obwohl in Deutschland alle Englisch sprechen, ist es für den Verkaufserfolg wichtig, in der Muttersprache kommunizieren zu können“, sagt Popowitsch.

Diesmal ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Die ersten Bücher für einen kleinen Verlag in Deutschland machten sich im Dezember 2014 auf den Weg über die Grenzen. Weitere Verträge mit Verlagen in Deutschland, Österreich und Griechenland folgten im ersten Halbjahr 2015. Wenn alles gut geht, rechnet Popowitsch mit einem Umsatz von einer Million Euro mit Deutschland in 2015. Aktive Unterstützung erhält er bei der Umsetzung seiner Pläne von einem seiner Vertriebsleiter, der ebenfalls am MP teilgenommen hat. Außerdem verhandelt er mit einer deutschen Consultingfirma darüber, seine Interessen in Deutschland zu vertreten. Langfristig will er über sie ein eigenes Büro einrichten.

„Die Ukraine hat dasselbe Problem, das wir hatten – sie hat keine gute Außendarstellung. Durch die Krise und die Berichterstattung darüber ist die Ukraine den Europäern jedoch näher gekommen. Mein Ziel ist es, über die Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen das Image unseres Landes zu verbessern und Vertrauen aufzubauen. Ist das Vertrauen da, kommt auch das Geschäft“, sagt Popowitsch.

 

Vorname, Nachname: Olexander Popowitsch

Unternehmen: UNISOFT, Charkiw, Ukraine

Branche: Druckerei

Funktion: Eigentümer

Fortbildung in Deutschland: 09. November – 06. Dezember 2014

Fortbildungszentrum: ARGE Konsortium Neue Bundesländer, Dresden


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Taras Ogichuk – Ukrainischer Unternehmer setzt auf Energieeffizienz

Taras-OgichukTaras Ogichuk ist ein Pionier der ersten Stunde. 1989 war er unter den ersten Studenten aus der UdSSR, die ein Praktikum in den USA machten. Damals war er 21 und stand kurz vor seinem Diplom als Betriebswirt. Heute, mehr als 25 Jahre später, ist Ogichuk ein erfolgreicher Unternehmer – mit ukrainischem Universitätsabschluss und amerikanischem MBA. Mit seiner Geschäftstätigkeit ist er international vernetzt.

Nach Deutschland zog es den mehrfachen Unternehmensgründer 2013 als Teilnehmer des MP „Energieeffizienz in der Industrie“. Das Timing hätte nicht besser sein können. „Kurze Zeit nach meiner Rückkehr begann der bewaffnete Konflikt in der Ukraine, der unter anderem Probleme in der Gasversorgung mit sich brachte. Seitdem spielen Energieeffizienz und alternative Energien eine wichtige Rolle. Das Know-how aus dem Training hat sich von großem Wert für meine Unternehmen erwiesen“, sagt Ogichuk heute.

Unter anderem hat seine Firma Krok davon profitiert, mit der er seit 1998 in der Hochdruckreinigung von Rohren in der Industrie aktiv ist. Für das Verfahren nutzt er Pumpen der deutschen Firma Hammelmann und produziert weitere Anlagen selbst. Nach seiner Rückkehr in die Ukraine hat sich der Geschäftsmann intensiv mit dem Thema Energieeinsparung auseinandergesetzt. Im Zuge dessen wurde die alte Gasheizanlage durch ein System ersetzt, das auf Holz und Briketts zurückgreift. Dadurch spart er 40-50 Prozent der Heizkosten ein, was die Abhängigkeit von Gaslieferungen reduziert. Ein weiteres Standbein von Ogichuk ist ein Geschäftshaus im Herzen von Charkiw. Hier sitzt er selbst und vermietet Büroräume auf zwei Etagen. Durch die Modernisierung der Heizanlagen hat er seine Heizkosten um 25-30 Prozent senken können.

In Deutschland ist auch eine Geschäftsidee für ein großes Immobilienprojekt entstanden. Es handelt sich dabei um ein 4.000 m² großes, 200 Jahre altes Gebäude im Stadtzentrum von Charkiw, das Ogichuk 2006 als Anlageobjekt erworben hatte und das seitdem weitestgehend leer stand. „Aufgrund der Größe und der hohen Energiekosten war es schwierig, eine geeignete Nutzung zu finden“, erzählt der Alumnus. Denn der Markt für Büroräume sei gesättigt. „Mir kam dann die Idee, einen Großteil an eine von den ausländischen IT-Firmen zu vermieten, die Charkiw als Outsourcing Standort nutzen. Dazu muss ich das Gebäude energetisch sanieren. Die Anfangskosten sind zwar hoch, rentieren sich aber sehr schnell”, sagt er. Neben Solaranlagen und energieeffizienten Heiz- und Klimaanlagen soll das Gebäude auch wärmegedämmt werden. Die übrigen Räume sollen als „Showroom“ den Firmen dienen, deren Produkte zum Einsatz gekommen sind.

Engagiert und mit großem Enthusiasmus erzählt Ogichuk von seinem jüngsten „Baby“, mit dem er unternehmerisches Neuland betritt. 2015 hat er „Topers Ukraine“ gegründet, ein Unternehmen zur Erzeugung von Bioenergie und Mineraldünger. „Das Besondere daran ist, dass unsere Biomasse aus Abfällen der Agrarindustrie kommt. Wir verwenden Hühnerkot aus der Eier- und Geflügelproduktion. Zunächst erzeugen wir den Dünger. In einem zweiten Schritt generieren wir über die Biomasse, die dabei als Abfall anfällt, die Energie“, erklärt der Betriebswirt. Zurzeit läuft noch die Forschungs- und Entwicklungsphase, erste sehr positive Ergebnisse aus den Laborergebnissen der Mineraldüngerproduktion sind bereits da.

Langfristig will Ogichuk nicht nur für den ukrainischen Markt produzieren, sondern die innovative Technologie auch international vermarkten, unter anderem in Deutschland: „Mein unternehmerisches Ziel ist es jetzt, neue Geschäftsfelder im Bereich Energieeffizienz und in der Entwicklung von alternativen Energiequellen zu entwickeln“.

 

Vorname, Nachname: Taras Ogichuk

Unternehmen: Krok Ltd, „Topers Ukraine“, Charkiw, Ukraine

Branche: Metallindustrie / Energie

Funktion: Eigentümer

Fortbildung in Deutschland: 02. September 2013 – 28. September 2013

Fortbildungszentrum: TÜV Rheinland Akademie GmbH, Köln


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Alexander Sadurski – Restrukturierung und neue Produkte in der Ukraine in der Lederverarbeitung

Sadurski_Alexander_UAAlexander Sadurski, der in seinem Heimatunternehmen Tomig verantwortlich für Einkauf, Vertrieb und Unternehmensentwicklung ist, war auf der Suche nach neuen Wegen, die eigene Leder- und Pelzfertigung profitabler und krisenresistenter werden zu lassen. Außerdem wollte er seine Kenntnisse in Qualitätsmanagement und Mitarbeitermotivation vertiefen und suchte nach neuen Kontakten und Lösungen für eine restlose Rohstoffverwertung in der Produktion. Deshalb entschied er sich für die Teilnahme an dem BMWi-Managerfortbildungsprogramm in Deutschland.

Bei einer Vielzahl deutscher Unternehmen konnte Sadurski die Organisation von Produktionsabläufen beobachten. Dabei lernte er Methoden der Teamorganisation kennen, welche durch Bonussysteme die Produktivitäts- und die Qualitätssteigerung ermöglichen. Während der Besuche in verschiedenen deutschen Firmen sammelte er Ideen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation in der eigenen Firma.

Aufgrund einer Reihe von Umstrukturierungsmaßnahmen nach seiner Rückkehr verringerte sich die Zahl der Tomig-Mitarbeiter bei gleichzeitig wachsender Produktion und steigenden Löhnen. Die freigewordenen Mittel ermöglichten den Bau neuer Produktionsflächen und eines eigenen Labors für die Erweiterung der Produktpalette. So schaffte es das Unternehmen, ein neues Produkt, ein Eiweiß aus Tierhäuten, zu entwickeln, zu zertifizieren und auf den Markt zu bringen. Heute verkauft das ukrainische Unternehmen neben Leder und Lederbekleidung rund 100 Tonnen des collagenhaltigen Eiweißpulvers an die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie der Ukraine, Russlands, Aserbaidschans und Kasachstans. Das steigerte die Wettbewerbsfähigkeit von Tomig und half dem Unternehmen die Wirtschaftskrise zu meistern.

Der erfolgreiche Manager Sadurski hat noch viel vor: „Tomig soll in Zukunft zu einer eigenen Marke werden. Dafür planen wir einige Werbemaßnahmen, einen neuen Internetauftritt und auch Teilnahmen an Messen. Um für diese Vorhaben „am Ball zu bleiben“, helfen mir auch die Absolventen-Community Global-Campus und die weiterführende Beratung durch meine Dozenten aus Deutschland.“

Vorname, Nachname: Alexander Sadurski
Unternehmen: Tomig GmbH, Mykolajiw, Ukraine
Branche: Lederverarbeitung
Funktion: Leitender Manager der Verkaufs- und Vertriebsabteilung
Fortbildung in Deutschland: 23. Oktober 2007 – 21. November 2007
Fortbildungszentrum: Carl Duisberg Centren gGmbH, Köln und Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH, München

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Andrei Sabanski – Innovatives Marketing in der Ukraine gefragt

Sabanskij_Andriy_UADer ukrainische Unternehmer Andrei Sabanski war erst 24 Jahre alt, als er 2000 sein erstes Unternehmen gründete. Heute leitet der Unternehmer aus dem Osten der Ukraine mit vier weiteren IT-Spezialisten die Marketingfirma FEEDGEE, welche Organisationen und Unternehmen unterstützt, Internet- und SMS-Mailaktivitäten effizienter zu gestalten und zu analysieren.

Um das kontinuierliche Wachstum des eigenen Unternehmens voranzubringen, hatte sich der junge Ukrainer für das BMWi-Managerfortbildungsprogramm entschieden. Selbstverständlich wollte er in Deutschland neue Kooperationspartner für seine Projekte finden. Aber auch das deutsche Know-how, interkulturelle Unternehmenskommunikation sowie das Erlernen von innovativen Techniken im Qualitätsmanagement waren für ihn sehr wichtig.

Bei einem Besuch eines Motorenherstellers in Köln lernte Sabanski Methoden zur kontinuierlichen Qualitätssicherung kennen, welche er nach seiner Rückkehr sofort im eigenen Unternehmen anwendete. Bei der Planung und Entwicklung von Software werden heute Verbesserungsvorschläge offen kommuniziert, analysiert und umgesetzt. Das steigerte nicht nur die Qualität der Programme, sondern verbesserte auch die Zusammenarbeit mit den Kunden. Dank des neuen Systems zur Motivation und Prämierung der Mitarbeiter gibt es keine Fluktuation in der Firma – ungewöhnlich für die Softwarebranche.
2008 startete FEEDGEE ihre Marketingplattform in russischer, ukrainischer und englischer Sprache. „Für 2011 planen wir, die Testversion des mobilen Marketings zu starten und einige neue Tools anzubieten. Ebenso ist die Einbindung in die sozialen Netzwerke und CRM-Plattformen (Customer Relationship Management) sowie die Einführung deutscher und französischer Sprachvarianten für dieses Jahr vorgesehen. „Wir wollen den europäischen Nutzern unseren Service in ihren Sprachen anbieten“, sagt Andrei Sabanski.

Vorname, Nachname: Andrei Sabanski
Unternehmen: Firma „FEEDGEE Marketing“, Dnipropetrowsk, Ukraine
Branche: Onlinemarketing
Funktion: Geschäftsführer
Fortbildung in Deutschland: 23. Oktober 2007 – 21. November 2007
Fortbildungszentrum: Carl Duisberg Centren gGmbH, Köln und Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH, München

Katerina Murachowska – Von bayerischen PistenBullys und ukrainischen Vertriebsnetzwerken

Katerina-Murakhovska_UADie Firma Poltawa-Ski konzipiert und baut Skizentren in der Ukraine und bietet den Service von der Lieferung, über die Montage bis hin zur Wartung der eingesetzten Seilbahnlifte an. Die Teilnahme am BMWi-Managerfortbildungsprogramm diente Katerina Murachowska vor allem dazu, ihre interkulturellen Kompetenzen zu stärken und nachhaltige Kooperationsbeziehungen zu deutschen Unternehmen aufzubauen.

Eines der Unternehmen, das Murachowska in Deutschland kennen lernte, war eine Firma mit Firmensitz im bayerischen Lenggries, wo sie im Herbst 2006 ein Praktikum absolvierte. Nach ihrer Rückkehr aus Deutschland arbeitet Poltawa-Ski mit dem deutschen Hersteller von Sessel- und Schleppliften zusammen und bietet heute dessen Produkte über ein landesweites Vertriebsnetzwerk mehr als 50 Skizentren-Betreibern in der Ukraine an.

Auch der Kontakt mit dem führenden Anbieter von Pisten- und Loipenraupen, war vom Erfolg gekrönt. Die weltweit eingesetzten Pistenfahrzeuge verkauft Poltawa-Ski als Generalvertreter seit Mai 2007 und kümmert sich gleichzeitig um die Wartung der Fahrzeuge. Dafür wurden ein Ersatzteillager eingerichtet und Mechaniker in der Wartung der Fahrzeuge geschult. Bislang haben beide deutsche Firmen über ihren Vertriebspartner in der Ukraine Ausrüstung, Fahrzeuge und Ersatzteile im Wert von vielen Tausend Euro verkauft.

Murachowska ist ein aktives Alumni-Mitglied und bildet sich auf Seminaren und Konferenzen fort. Sie sagt: : „In der Alumni-Arbeit habe ich die Erfahrungen anderer Teilnehmer kennen gelernt und ausgewertet.“

Ihre außenwirtschaftlichen Managementkompetenzen haben der jungen Nachwuchsführungskraft geholfen, weitere europäische Unternehmen als Partner zu gewinnen sowie neue Kunden in Georgien auszumachen.

Vorname, Nachname: Katerina Murachowska
Unternehmen: Poltawa-Ski, Poltawa, Ukraine
Branche: Vertrieb, Bau, Service
Funktion: Managerin Außenwirtschaft
Fortbildung in Deutschland: 20. September 2006 – 07. Dezember 2006
Fortbildungszentrum: Deutsche Management Akademie Niedersachsen, Celle

Dr. Grigori Uschakow – Qualität und Effektivität bei ukrainischem Getränkehersteller

Ushakov_Grigori_UA„Unser Ziel ist nicht, günstige Produkte anzubieten, sondern gute Produkte günstig. Mit diesem Leitsatz fahren wir seit vielen Jahren erfolgreich und konnten uns auch in der Krise behaupten“, sagt Grigori Uschakow.

Der promovierte Betriebswirt ist im Jahr 1997 in die Getränkeproduktion eingestiegen. Auf rund 1.000 Quadratmetern produziert er hochwertige Limonaden und füllt Mineralwasser ab. Rund 500.000 Flaschen laufen täglich vom Band, jährlich macht der Unternehmer einen Umsatz von etwa 20 Millionen Euro. Nicht immer war der Unternehmer so erfolgreich.

Als Uschakow sich 2004 zur Teilnahme am BMWi-Managerfortbildungsprogramm in Deutschland entschloss, liefen die Geschäfte zwar gut, aber die Produktivität war gering. Auch die Qualität seiner Produkte konnte noch verbessert werden. „Bei meinen Unternehmensbesuchen in Deutschland war ich von der hohen Arbeitsproduktivität beeindruckt. Bis zu einer Million Liter kommen im Jahr auf einen Mitarbeiter. Drei Mal mehr, als damals in meinem Betrieb.“ Nach seiner Rückkehr unterzog Uschakow sein Unternehmen einer gründlichen Analyse. Er stieg von der Lagerproduktion auf eine Just-in-time Lieferung um und entschied sich für den Erwerb einer neuen Produktionslinie. Diese hatte er während einer Getränkefachmesse in Nürnberg kennen gelernt. Derzeit denkt der Firmeninhaber über den Kauf einer neuen, energiesparenden und umweltschonenden Verpackungsanlage vom selben Hersteller nach.

Als Ergebnis seiner Umstrukturierungen und Investitionen wird der Mittelständler seine Produktivität bis Ende 2011 verdreifacht haben. Durch die neue Anlage konnte er die Qualität der Limonaden steigern und seine Produktpalette erweitern. Im Laufe der Jahre hat sich Uschakow mit seinen Getränken einen Marktanteil von rund 40 Prozent in seiner Region und von rund 15 Prozent im übrigen Landesteil gesichert. Seit 2008 produziert er ohne Konservierungsmittel und verwendet zu 100 Prozent natürliche Zutaten. Dazu gehören auch Konzentrate aus Deutschland.

„Wir produzieren für uns und unsere Kinder“, sagt der sechsfache Familienvater und zweifache Großvater. „Vielleicht ist das das Geheimnis unseres Erfolgs.“

Vorname, Nachname: Dr. Grigori Uschakow
Unternehmen: Panda GmbH, Winniza, Ukraine
Branche: Lebensmittelindustrie
Funktion: Inhaber
Fortbildung in Deutschland: 22. November 2004 – 18. Dezember 2004
Fortbildungszentrum: COGNOS International, Hamburg