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KRONES recycelt PET


Im Spätherbst 2016 absolvierten 21 russische Führungskräfte eine auf die Bedarfe der Lebensmittelbranche zugeschnittene Managerfortbildung in Norddeutschland. Der Besuch bei der Krones AG in Flensburg zählte dabei zu den interessantesten Erlebnissen der Gruppe.

Der Besuch der Firma Krones AG in Flensburg, dem nördlichsten Produktionsstandort Deutschlands, als einziger Anlagenhersteller der Getränkeindustrie im Recyclingbereich, gab einen Denkanstoß zum Thema Nachhaltigkeit. Mit einem freundlichen „Moin-moin, Gäste sind uns immer herzlich willkommen“ begrüßten Geschäftsführer Kai Sievertsen und Bernd Esmarch, Leiter der Abteilung Produkt Treatment und zuständig für die Entwicklung des PET Recycling-Verfahrens, die Teilnehmer. „Hier ganz oben am nördlichsten Standort entwickeln und produzieren wir mit über 450 Mitarbeitern die größten Maschinen des Unternehmens, außerdem befindet sich in Flensburg das PET-Recycling-Technikum, in dem Recycling-Technologien entwickelt und getestet werden. Der Norden kann auch innovativ…“, ergänzte Sievertsen schmunzelnd. Nach diesem kurzen Warm-up ging es zur PET-Recyclinganlage. Überwältigt von der Technik gab es Fragen über Fragen seitens der Teilnehmer. Vor allem der Grad der Automatisierung faszinierte Larissa Bashkina und Evgeny Vasilienko, beide aus der Getränkeindustrie. Sie interessierten sich besonders für Verschlusssysteme, Füllgut, Waschverfahren, Energieverbrauch und Zeitaufwand.

Deutlich niedrige Prozesskosten im Vergleich zum Standardverfahren bei gleichzeitig höchster Recycling-PET-Qualität – dieses Ziel wird Krones mit seinem Kompaktkonzept für eine Recyclinganlage erreichen, erklärte Esmarch. Diesen Prozess verfolgten die russischen Gäste an einer Anlage im Technikumsmaßstab. Sie erfuhren, dass das Bottle-to-Bottle-Kompaktkonzept neben reinen Recyclingbetrieben auch für Abfüller und Converter von Interesse ist. Da die Kosten des qualitativ hochwertigen PET-Recyclings wesentlich geringer als der Neuwarenpreis von PET sind, lassen sich damit die Kosten der Flaschenproduktion entsprechend senken. Investitionen in eine neue Produktionsanlage müssen sich auf lange Zeit rentieren. Dass dafür nicht nur die technische Perfektion einer Anlage, sondern auch die fachkundige Betreuung während der gesamten Laufzeit ausschlaggebend sind, erfuhren die Teilnehmer am Bespiel der Bosman Brewery. Hier wurde ein Projekt vorgestellt, wo durch kostenbewusstes Agieren und effiziente Nutzung der Ressourcen von bereits vorhandenen Maschinen eine Erweiterung einer Braustätte und eine Anlagenumsetzung durch den „Krones Life-Cycle Service“ erfolgte.

In der sich anschließenden Diskussionsrunde kam immer wieder die Frage auf: „Warum sind wir noch nicht soweit und werfen vieles einfach so weg?“ Es muss mehr aufgeklärt werden, damit ein Umdenken stattfindet, waren sich alle Teilnehmer einig. Im weiteren Verlauf gab es noch lebhafte Diskussionen zu den Themen Unternehmensführung und Compliance der Krones AG. Sievertsen konstatierte, dass Unternehmen heute vor vielen globalen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen und: „Wir als Marktführer wollen Verantwortung übernehmen und die Herausforderungen als Chance nutzen und damit Maßstäbe setzen. Rechtmäßiges, ethisches und verantwortungsvolles Handeln ist ein wichtiger und unverzichtbarer Teil unserer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung“. Mit diesen Worten endete der Besuch im Unternehmen, dessen Nachhaltigkeit sehr deutlich spürbar war.

Von Marlies Riemer-Lange
Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, Kiel
www.wak-sh.de