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Inspiration Familienunternehmen


Dirk Gropp, Chef der familiengeführten sächsischen Bernhard Werner Nahrungsmittel Produktions- und Handels GmbH, taxiert die Big Packs im Lager und lässt Kartoffelmehl durch seine Finger gleiten: Der Rohstoff für die Produkte des Unternehmens stammt aus Anbaugebieten, die er selbst bestimmt und regelmäßig inspiziert. Nur so gäbe es keine „Katze im Sack“, sondern Qualität von Anbau bis Verpackung. Die 16 MP-Teilnehmer aus Aserbaidschan besichtigen die Produktionsstätten in Freital und können sich an jedem Schritt von der Güte der Endprodukte, überwiegend Kartoffeltrockenprodukte für die schnelle Zubereitung zu Hause, unmittelbar überzeugen.

Das Unternehmen, das auf eine mehr als 115-jährige Geschichte zurückblickt, ist in der Region wohlbekannt; doch bis zu einem Drittel des Umsatzes erfolgt inzwischen über das Internet. So gibt es inzwischen nicht nur deutschlandweit Kunden, sondern auch Lieferungen in die USA, nach Südafrika und in andere Länder. Und das aus dem beschaulichen Freital im Dresdener Umland.

Für die Führungskräfte aus Transkaukasien, die ihren Deutschlandaufenthalt im Rahmen des BMWi-Managerfortbildungsprogramms im Oktober und November 2017 in Dresden absolvierten, waren Familienunternehmen von besonderem Interesse, zeugen sie doch in der Regel beredt davon, wie eine Idee verschiedenste Umbrüche überdauert, sich dabei transformiert, entwickelt und immer wieder neuen Gegebenheiten Rechnung trägt. Hier kann man sich viel „abgucken“, aber mehr noch: Sich inspirieren lassen.

Um Inspiration in die Realität umzusetzen, braucht es Handwerkszeug. Im Verlauf des einmonatigen Deutschlandaufenthalts wird den Führungskräften solches aus der reichhaltigen Erfahrung deutscher Unternehmer vermittelt. Kompetenzen im Management und der internationalen Kooperation vertiefen sie in Trainings, Workshops und bei Unternehmensbesuchen. „Best practice“ ist das Motto. Interkulturelle Kompetenz ist dabei das A und O, und davon profitieren immer beide Seiten. So fiel der letzte Tag der Fortbildung in Deutschland auf den aserbaidschanischen Feiertag der Nationalfahne, den die Führungskräfte in diesem Jahr in Deutschland begehen konnten.

„Wir profitieren schon in Deutschland von unseren neuen Erfahrungen: Wir haben keine Startschwierigkeiten mehr bei einem Kontakt mit deutschen Unternehmern, können unsere Kooperationsvorschläge an den Mann bringen und treffen auch untereinander Absprachen über eine künftige Zusammenarbeit“, sagt Vugar Samadov von AZERSUN, der mit einem deutschen Importeur Lebensmittellieferungen aus Aserbaidschan vereinbaren konnte.

ARGE Konsortium Neue Bundesländer, Dresden