Aus dem Programm

loop-article-single.php

Innovationen als Schritt in die Zukunft

[30.04.2019]

Wie Industrie 4.0 bei einem mittelständischen Unternehmen in der Praxis umgesetzt wird, interessierte 17 Führungskräfte aus der Ukraine und Moldau, die im Februar 2019 ins bayerische Wörth zu einem Unternehmensbesuch bei der GEWO Feinmechanik GmbH reisten. Gegründet 1981 als Einzelgesellschaft, arbeiten heute mehr als 360 Mitarbeiter in dem familiengeführten Betrieb. „Es ist wirklich beeindruckend, wie das Unternehmen von einem kleinen auf die heutige Größe gewachsen ist. Sie haben das aus eigener Kraft geschafft, zeigte sich die ‎moldauische Managerin Nadejda Cornetel beeindruckt.

GEWO ist auf die Fertigung komplizierter, aufwändiger Werkstücke für die Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizin und Forschung spezialisiert. Das Unternehmen fertigt aber auch Präzisionsteile für Elektronenstrahl-Mikroskope. 2013 wurde ein zweites Werk mit großem Reinraum in Betrieb genommen, das mittlerweile mit einer vollvernetzten Produktionslinie ausgestattet ist. Seit 2016 erschließt GEWO ein neues Geschäftsfeld: die Produktion von 3D-Druckern für industrielle Zwecke. Martin Stangl, Vertriebsingenieur bei GEWO, stellte den Managern das Innovationsprojekt und die einzelnen Schritte in der Umsetzung vor.

Das Unternehmen war schon seit längerem auf der Suche nach einer neuen Marktnische, um sich zukunftsorientiert in einem neuen Sektor aufzustellen. Von der Geschäftsführung wurden 3D-Drucker als Zukunftstechnologie mit großem Marktpotenzial identifiziert. Das Ziel war nun, einen ersten 3D-Drucker für industrielle Zwecke und mit sehr hoher Präzision herzustellen und auf den Markt zu bringen. Bei Projektbeginn 2016 war die Technologie noch recht neu und der technologische Vorsprung anderer Unternehmen nicht so groß. GEWO startete klassisch mit einer Marktrecherche und baute gleichzeitig ein Team von Ingenieuren, Designern und Programmierern auf. Wichtig war außerdem der Aufbau eines Netzwerkes mit anderen Unternehmen wie Materialhersteller und Füllstoffproduzenten. Stangl unterstrich, dass das Projekt mit großer Überzeugung angegangen und von der Unternehmensführung stark priorisiert und unterstützt wurde.

Die Geschwindigkeit, mit der das Projekt umgesetzt wurde, erstaunte auch die ukrainischen und moldauischen Führungskräfte: nur neun Monate dauerte es von Projektbeginn bis zum Verkauf des ersten Prototyps. Seitdem werden die Drucker kontinuierlich optimiert. Vor allem an der Erhöhung der Druckgeschwindigkeit und der Präzision wird weiterhin getüftelt.

„Die im Unternehmen angewandte Innovationsstrategie, die sich an der Qualitätskontrolle orientiert, hat mir gefallen, so das Fazit des moldauischen Unternehmers Valeriu Gutu. Zudem begeisterten ihn die Leistungen, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet. Neben technischen Innovationen legt GEWO besonderes Augenmerk auf das Wohl ihrer Mitarbeiter: vom betrieblichem Gesundheitsmanagement bis zu Weiterbildungsangeboten.

IHK Akademie für München und Oberbayern