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Industrie 4.0 – aber wie? Der Besuch bei einem Sensorhersteller liefert Ideen

[23.11.2018] China gehört im Bereich der Digitalisierung zu den führenden Nationen der Welt. Das kommt nicht von ungefähr. Denn die chinesische Regierung investiert verstärkt in innovative Unternehmen und fördert digitale Schlüsseltechnologien. Dennoch lohnt sich auch für chinesische Unternehmer ein Blick in deutsche Unternehmen. Wie setzen deutsche Unternehmen die Digitalisierung von Produktionsprozessen um, und lohnt sich Digitalisierung überhaupt? Wie weit sind chinesische und deutsche Unternehmen bei dieser Umstellung? Diese und andere Fragen stellten sich chinesische Führungskräfte, als sie im Sommer 2018 im Rahmen ihrer Managerfortbildung die ifm electronic GmbH in Essen besuchten. Das eigentümergeführte Unternehmen hat sich auf die Herstellung von IO-Link Sensoren spezialisiert, die eine vollständige Digitalisierung und Überwachung aller Produktionsprozesse ermöglichen.

Seit 1969 produziert ifm electronic Sensoren, die Produktionsprozesse in Unternehmen überwachen. IO-Link Sensoren vollziehen alle Produktionsschritte und Maschinenzustände detailliert nach, auch im Nachhinein, und übertragen die Informationen in eine Datenbank, die auch Monate nach der Fertigung jeden Produktionsschritt bis ins kleinste Detail nachvollziehbar macht. Die chinesischen MP-Teilnehmer, die hauptsächlich aus produzierenden Industrieunternehmen kamen, waren von der Technologie sehr angetan und diskutierten ausgiebig die Vor- und Nachteile. Insbesondere die Senkung von Reparatur- und damit Ausfallzeiten der Maschinen interessierte die chinesischen Unternehmer. Denn durch die Messung aller Produktions- und Maschinendaten kann innerhalb von Sekunden nachvollzogen werden, wo der Fehler liegt und umgehend behoben werden. Einige chinesische Teilnehmer berichteten von Ausfallzeiten von bis zu vier Stunden, da zunächst einmal der Fehler identifiziert werden muss. Diese Ausfallzeit auf wenige Minuten zu verkürzen, führt zu erheblichen Kostenreduzierungen und die Umrüstung der Produktion mit IO-Link Sensoren rechnet sich meist bereits beim ersten Ausfall einer Maschine.

Die anschließende rege Diskussion über die verschiedenen Grade der Digitalisierung in Deutschland und China lieferte beiden Seiten interessante Einsichten und verdeutlichte, wie aktuell das Thema derzeit in beiden Ländern ist. Zwar sind chinesische Unternehmen aufgrund der stärkeren Förderung den deutschen Unternehmen in diesem Punkt häufig ein Stück voraus. Dennoch fragten sich viele chinesische Führungskräfte, wie genau sie die Digitalisierung in ihren Unternehmen umsetzen sollen. Der Besuch bei der ifm electronic gab ihnen wichtige neue Ideen zur Digitalisierung von Produktionen mit auf den Weg.

Die Teilnehmerin Liyuan Wang von der Firma Mino Equipment war besonders angetan von dem Besuch. Ihre Firma stellt Maschinen her und verkauft diese weltweit. Sie ist davon überzeugt, dass die Produkte von ifm electronics dem Unternehmen einen wertvollen Wettbewerbsvorteil im globalen Wettbewerb bieten können.