Aus dem Programm

loop-article-single.php

Gute Chancen für TAKRAF in Russland


Rund 70 Prozent der Abbaukosten von Steinkohle aus dem russischen Kuzbass entstehen beim Abtransport des „schwarzen Goldes“ und des Abraums aus dem Tagebau mit riesigen Kippern. Deshalb suchen die Bergbauingenieure und -technologen jetzt nach Alternativen. Manager aus Bergbauunternehmen und von Zulieferern bildeten knapp die Hälfte der Gruppe aus der Region Kemerovo, die im Herbst 2017 vier Fortbildungswochen bei der GICON®-InTraBiD GmbH in Dresden verbrachte. Sie fanden die Lösung für ihr Problem bei der TAKRAF tenova GmbH in Leipzig und Lauchhammer sowie in Betrieb im Tagebau Welzow-Süd, wo Abraum und Braunkohle auf kilometerlangen Förderbändern zu den Verladestationen und Kippen fließt. Diese Lösung – Investitionen in Millionenhöhe sind dafür notwendig – wollen sie den Entscheidern in ihren Gruben vorstellen.

Viele Fragen haben die Bergbauspezialisten Evgenia Mituzina und Oleg Marchenko

Weitere MP-Teilnehmer wollen Anlagen für das Recyceln von PET-Flaschen, Plastikteilen aus Pkw und Altreifen aus Deutschland beziehen oder Abfüllanlagen für pharmazeutische Produkte importieren. Zudem liefen erste Gespräche mit deutschen Firmen über eine Kooperation bei Wärmerückgewinnungstechnik aus Abluft von Wohnungen und „smart home“-Steuerungen, Siebtechnik für Bergbauprodukte sowie Industriechemikalien für den Grubenausbau und Tunnelfräsen für den Stollenbau unter Tage. Für Aha-Effekte bei den Teilnehmenden sorgte dabei die Flexibilität der deutschen Partner.

So kann Mikhail Vyatkin aus dem Unternehmen Energiespar GmbH in Kemerovo Wärmetauscher direkt bei der Marley Deutschland GmbH einkaufen, obwohl das Unternehmen in Russland einen Vertragshändler hat. Und Nikita Orlov, Inhaber der Mining Systems & Technologies GmbH, ebenfalls aus Kemerowo, kann gleich zwei Varianten der Kooperation mit der Rülzheimer Resinnovation GmbH verfolgen. Entweder kauft er von seinen deutschen Partnern die Hauptkomponenten für Kunstharze und verarbeitet sie in seinem Unternehmen zum gewünschten Endprodukt. Alternativ könnten die deutschen Verfahrenstechniker auch das Endprodukt für die Stabilisierung von Schachtwänden nach seinen Anforderungen herstellen.

Die russische Managergruppe im Tagebau Welzow-Süd

Evgenia Mituzina (TD GOF Prokopevskaya) prüft gemeinsam mit der Krefelder Hein Lehmann GmbH, ob neue Modelle von Siebplatten in ein vorhandenes modulares System aus dem nordrhein-westfälischen Unternehmen passen. Ähnlich kundenorientiert und flexibel präsentierten sich auch Hersteller von Bergbautechnik, Recyclinganlagen und anderen komplexen Ausrüstungen. Sie boten an, beispielsweise Stahlkonstruktionen in Sibirien fertigen zu lassen, um ihren Kunden Kosten zu ersparen und gleichzeitig die Wirtschaft vor Ort stärken zu helfen.

Von Peter Rösler
GICON International Training and Business Development, Dresden

www.gicon-intrabid.de