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Gesundheit made in Germany

BWI_Int_Med_Storz-5Eine internationale Managergruppe aus der Gesundheitswirtschaft absolvierte im Sommer 2015 die Managerfortbildung bei Baden-Württemberg International (bw-i). Die 22 MP-Teilnehmer aus Aserbaidschan, Belarus, Indien, Mexiko, Moldau, der Mongolei, Russland, der Ukraine und Vietnam arbeiten als Ärzte oder Manager im Gesundheitswesen und der Medizintechnik. Im Mittelpunkt des Aufenthaltes im Südwesten stand der Besuch des Medical Valley in Tuttlingen. Die Stadt im Süden Baden-Württembergs weist die weltweit höchste Dichte an Unternehmen aus den Bereichen Endoskopie und chirurgische Instrumente auf. Global Player wie Aesculap, Karl Storz, Gambro und Erbe sowie rund 400 kleinere Firmen haben hier ihren Sitz. In Tuttlingen bot sich den Führungskräften ein eingehender Einblick in die Welt der Endoskopie mit ihren unterschiedlichen chirurgischen Instrumenten.

Neue Behandlungsideen, ein innovatives Personalkonzept und ein ausgezeichnetes Qualitätssystem lernten die Teilnehmer bei der MIC-Klinik in Berlin kennen. Die 1997 gegründete Spezialklinik für minimalinvasive Chirurgie präsentiert sich unter anderem bei der Patientenzufriedenheit als „beste und effektivste Klinik Deutschlands“. Mit modernen minimalinvasiven Operationsverfahren sowie individueller und persönlicher Betreuung der Patienten garantiert das Team eine sehr gute medizinische Versorgung. Die MIC-Chirurgen führen jährlich rund 8000 Operationen durch. Der Besuch der Berliner Klinik hat bei den Teilnehmern großen Eindruck hinterlassen. Einige von ihnen wollen versuchen, die neuen Erkenntnisse in Bezug auf eine schnelle OP-Saal-Vorbereitung, Logistik, Personalkonzeption, Behandlungsmethoden und Qualitätsmanagement in ihrer Heimat umzusetzen.


Das Gesamtkonzept der MIC-Klinik war für zwei Chirurgen aus dem MP so überzeugend, dass sie Individualtermine in der Klinik vereinbaren, um sich dort die modernen Operationsmethoden in der Praxis anzuschauen. In ersten Gesprächen ging es um die Möglichkeit von Hospitationen und um wissenschaftlichen Informationsaustausch. Darüber hinaus fragten die MP-Teilnehmer die MIC-Klinik an, ob sie bei komplizierten Fällen bereit wäre, eine zweite Meinung anzubieten oder auch therapeutische Behandlungen durchzuführen. Da der internationale Austausch auch für die MIC-Klinik von Interesse ist, kann von einer Intensivierung der Kontakte ausgegangen werden.

Die russische Managerin Nailia Panarina ist Geschäftsführerin des Medizinzentrums Jermolino, das etwa 80 Kilometer von Moskau entfernt in der Region Kaluga liegt. Panarina kam mit dem Ziel nach Deutschland, sich über die neueste Technik zu informieren und die Ausstattung ihres Medizinzentrums zu optimieren. Vor diesem Hintergrund waren für sie die Besuche bei verschiedenen deutschen Krebszentren sehr hilfreich. In Krankenhäusern interessierte sich die russische Ärztin besonders für die onkologischen Abteilungen mit ihren Themen rund um die Diagnose, Behandlung und Rehabilitation. Auf der anderen Seite suchte sie Kontakt zu Herstellern von medizintechnischen und nuklearmedizinischen Produkten sowie Rehabilitationsgeräten. Im Rahmen individueller Firmenbesuchstermine schloss die Teilnehmerin einen Vertrag mit der Außenhandelsgesellschaft Eggert & Co. in Berlin über mehrere hundert tausend Euro zum Kauf von medizinischem Gerät ab, um ihr Gesundheitszentrum zu modernisieren. Ferner möchte Panarina Reha-Geräte für ihre Klinik kaufen. Hierfür möchte sie ebenfalls mehrere hundert tausend Euro bei der Firma Frei AG in Kirchzarten, einem Ausstatter im Reha- und Fitnessbereich, investieren.

Von Claudia Hackel
Baden-Württemberg International, Stuttgart