Fit für Auslandsmärkte

Regionen

Regionen in Russland

Nishnij Nowgorod und Uljanowsk
Die Region Uljanowsk liegt im zentralen Teil des europäischen Russlands und hat etwa 1.26 Millionen Einwohner. Uljanowsk ist die Hauptstadt der Region und liegt etwa 700 km westlich von Moskau.
Die Region ist ein bedeutendes Industriezentrum und gehört mit über 115 Investitionsprojekten derzeit zu einem der attraktivsten Investitionsstandorte Russlands. Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören Maschinenbau, Nahrungsmittelindustrie, Automotive, Flugzeugbau, Agrar -und Bauwirtschaft. Bis 2020 möchte Uljanowsk mithilfe staatlicher Finanzhilfen den größten Werkzeugmaschinenbau-Cluster in ganz Russland aufbauen. Uljanowsk ist in Russland führend bei der Gewinnung von Quarzsand und verfügt über weitere Rohstoffe für die Produktion bzw. Weiterverarbeitung von Silizium, Zement und Karbonat. Dazu bietet die landesweit einmalige Flughafen-Sonderwirtschaftszone in Uljanowsk hervorragende Investitionsbedingungen für ausländische Investoren.
Der Automobilhersteller Uljanowskij Awtomobilny Zawod (UAZ) stellt das Herzstück der regionalen Automobilindustrie dar und ist auf qualitative Zulieferer angewiesen.
Deutschland gilt in Uljanowsk als wichtigster ausländischer Beschaffungsmarkt für den Werkzeugmaschinenbau. Uljanowsk wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und belegte führende Plätze bei bewährten Rating-Institutionen.

In der Region Nischni Nowgorod wohnen etwa 3.2 Millionen Einwohner, wobei die Mehrheit (ca. 2 Millionen) in der gleichnamigen Stadt Nischni Nowgorod lebt. Sie gilt als fünftgrößte Stadt Russlands und liegt rund 400 km östlich von Moskau.
Die für die russische Geschichte bedeutsame Stadt entwickelte sich um 1850 zur Drehscheibe des russischen Handels und während der Zeit der Sowjetunion zu einer bedeutsamen Industrie-Metropole. Nischni Nowgorod ist heute ein wichtiges politisches, wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Russlands und der größte Verkehrsknotenpunkt an der Wolga. Der Maschinenbau ist angesichts der Automobilindustrie (50% Industrieanteil), führender Industriezweig und erstreckt sich über die ausgeprägten Sektoren: Transportwesen, Schiffbau, Dieselmotoren, Flugzeug- und Werkzeugmaschinenbau. Nischni Nowgorod ist Sitz des größten russischen Automobilherstellers Russlands, des Gorkowski Awtomobilny Zavod (GAZ). Der Automobilhersteller produziert bzw. montiert unter anderem für Volkswagen und Daimler. Kfz-Zulieferer öffnen in Nischni Nowgorod Niederlassungen um GAZ als potenziellen Kunden mit Komponenten versorgen zu können. Ferner bietet die Regionalregierung Investoren günstige Rahmenbedingungen, um einen Sonderinvestitionsvertrag auf regionaler Ebene abzuschließen.

Die Ölindustrie trägt ebenfalls einen enormen Anteil zur Produktion der verarbeitenden Industrie in Nischni Nowgorod bei. Allen voran kündigte der Ölkonzern Lukoil beispielhaft an, bis 2021 über 815 Millionen Euro in den Bau einer neuen Anlage zur Behandlung von Ölrückständen zu investieren.
Weitere Schlüsselindustrien sind die Chemie, IT- und Metallindustrie.

Sankt Petersburg und Leningrader Gebiet
St. Petersburg ist die nördlichste Millionenstadt der Welt und liegt 634 km von Moskau entfernt im Nordwesten Russlands. Sie ist mit etwa 5.5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. St. Petersburg ist bekannt für die Nord-Stream-Gasleitung, den Automobil- und den Schiffbau und verfügt über den wichtigsten russischen Ostseehafen, weswegen sie auch als Russlands „Tor zum Westen“ bezeichnet wird. Unternehmer schätzen den direkten Zugang zum Hafen, die sehr gute Anbindung zum Flughafen und an die Ringautobahn um St. Petersburg. Ferner plant die russische Eisenbahn derzeit die Neueröffnung der Zugstrecke von St. Petersburg über Kaliningrad bis Berlin.
Die über 120 Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen mit ca. 340.000 Studierenden machen St. Petersburg zu einem der wichtigsten Wirtschafts- und Bildungsstandorte in Russland machen.

St. Petersburg und der Leningrader Oblast, zählen zu den attraktivsten Standorten in Russland für ausländische Investoren. Am Rande der Stadt gelegene Industrieparks und Sonderwirtschaftszonen bieten gute Bedingungen für Niederlassungen oder Produktionsstandorte.

Das pharmazeutische und medizinische Cluster, welches 2010 gegründet wurde, ist bis heute auf 221 Mitglieder angestiegen. Trotz der landesweiten Modernisierung russischer Gesundheitseinrichtungen seit 2010 ist dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen. In Russland ist die Nachfrage von medizinischer Ausstattung weiterhin groß. Derzeitig bauen russische und ausländische Pharmakonzerne ihre bestehenden Kapazitäten aus und errichten neue Werke. Dadurch ergeben sich Absatzchancen für Hersteller von Produktionsanlagen sowie von Analyse- und Prüftechnik. Der Ausbau der Genforschung und Krebsvorsorge in St. Petersburg treibt die Nachfrage von Labortechnik weiter an. Der Arzneimittelhersteller Pharmasintez zum Beispiel hat mit Bausch+Ströbel einen Vertrag über die Lieferung einer Produktionslinie für Biopräparate im Werk St. Petersburg geschlossen. Biocad plant dort ein Zentrum für präklinische Forschung, um nur einige Beispiele zu nennen.
In der Sonderwirtschaftszone Nowo Orlowskaja hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis im vergangenen Jahr den Grundstein für die Produktion hochwertiger Generika gelegt. 500 Millionen Euro sollen hier in die Produktion sowie in Forschung und Entwicklung investiert werden.

Ausländischen Investoren werden zum Aufbau lokaler Produktionen sogenannte Sonderinvestitionsverträge empfohlen. Damit können in Russland produzierte Waren als „Made in Russia“ anerkannt werden.
Die Fachmesse MedIn 2019 in St. Petersburg bietet russischen und ausländischen Herstellern eine Plattform für die Präsentation ihrer medizinischen Produktpalette. Ferner bietet die Fachmesse die Möglichkeit, sich ein Bild von der Marktsituation zu machen, Informationen auszutauschen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen.

Nowosibirsk, Altai und Kemerowo

Nowosibirsk
Die Region Novosibirsk liegt im Süden des Westsibirischen Tieflands zwischen den Flüssen Ob und Irtysch.
Sein administratives und wirtschaftliches Zentrum ist die Stadt Novosibirsk mit etwa 1.6 Millionen Einwohnern. Sie ist nach Moskau und Sankt Petersburg die drittgrößte Stadt Russlands und die größte Stadt Sibiriens. Nowosibirsk ist eines der wichtigsten Industrie- und Wissenschaftszentren Russlands mit über 210 großen und mittelgroßen Industrieunternehmen. Führende Industrien sind die Luftfahrt, Maschinenbau, Elektronik, chemische und pharmazeutische Industrie, Lebensmittel– und Metallindustrie sowie Bauwirtschaft. Zu Nowosibirsks Bodenschätzen zählen neben Holz und Mineralwasser, Metalle, wie z.B. Titandioxid und Zinn. Ferner verfügt das Gebiet über freie Gasreserven von 600 Millionen Kubikmetern. Nowosibirsk ist eines der größten regionalen Großhandelszentren Russlands, und ein wichtiger Messestandort.

Altai-Region
Die Altai-Region liegt im südlichen Sibirien, es leben etwa 2.3 Millionen Einwohner in dieser Region.
Sie ist bekannt für ihre gut entwickelte Infrastruktur mit ausgedehnten Straßen –und Eisenbahnnetzen sowie Flug –und Binnenhäfen. Altai hat ein erhebliches Investitionspotenzial, bedingt durch ihre günstige Lage und viele hochtechnologische Betriebe.
Die Region ist das Herz der sibirischen Landwirtschaft und eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Zentren Russlands. Die günstigen Boden- und Klimabedingungen fördern den Anbau von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Sonnenblumen. Außerdem gab es in letzten Jahren einen rasanten Aufstieg in der Tierhaltung. Die Altai-Region produziert rund ein Viertel der gesamten Milchproduktion Sibiriens.

Kemerowo
Die Region liegt im südlichen Sibirien am Übergang vom Westsibirischen Tiefland in das Bergland Südsibiriens, auch Kusbass genannt. Die Hauptstadt ist Kemerowo und hat etwa eine halbe Millionen Einwohner. Aufgrund seines riesigen Kohlenbeckens wurde es seit den 1930er Jahren zu einer Schwerindustrieregion entwickelt. Schwerpunkte sind die Kohleförderung, Eisen- und Stahlproduktion, Maschinenbau und Chemieindustrie.
Auf fruchtbaren Schwarzerdeböden, überwiegend im Norden, wird Landwirtschaft betrieben. Schwarzerde gehört zu den weltweit fruchtbarsten Bodentypen. Es werden vor allem Weizen und andere Getreidesorten angebaut. Des Weiteren gibt es in der Region große Viehzuchtbetriebe.