Aus dem Programm

loop-article-single.php

Fachkräftesicherung im Fokus

[28.10.2019]

Um Fachkräftesicherung drehte sich der Besuch einer MP-Gruppe aus China bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar in Mannheim. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur, was Unternehmen dazu motiviert auszubilden und wie sich Fachkräfte halten lassen, sondern auch, wie das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland funktioniert.

Begrüßt wurden die 22 chinesischen Führungskräfte von Jürgen Lindenberg, Erstem Vizepräsidenten der IHK und Geschäftsführer der Lindy-Elektronik GmbH in Mannheim. Er stellte die Struktur der deutschen IHKs und ihre Rolle in der Wirtschaftsförderung der Region vor. Das dabei angeschnittene Thema der dualen Ausbildung stieß bei den MP-Teilnehmern auf großes Interesse, so dass schnell ein angeregter Dialog entstand.

Ausführlich informierte Hanna Sophie Schmidt, IHK-Bereichsleiterin Märkte International, über das duale Ausbildungssystem und den Beitrag der Industrie- und Handelskammern. Sie sind in Deutschland mit dem Qualitätsmanagement der beruflichen Ausbildung betraut und betreuen rund 350 verschiedene Ausbildungsberufe. Die chinesischen Gäste erfuhren zudem, dass durch die unternehmensspezifische Ausbildung weniger neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen und zudem die Kosten für passgenaues Personal gesenkt werden. Das ist ein wesentlicher Faktor, warum Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit Europas verzeichnet. Die Lehrstellenbörsen der IHKs ermöglichen Auszubildenden die gezielte Stelle nach einem Arbeitsplatz und Firmen nach geeigneten Arbeitskräften.

„Manche Regionen in China haben ein großes Problem, Arbeitskräfte zu halten und erleben eine Abwanderung des qualifizierten Personals in die Ballungszentren“, erklärte Zhang Xiao aus der Provinz Hebei das gesteigerte Interesse am deutschen Ausbildungssystem. Nach den Herausforderungen der dualen Ausbildung, deren Organisation und Finanzierung erkundigte sich MP-Teilnehmerin Li Miaoran, die mit ihrer Firma Beijing Hexu Technology ebenfalls Bildungsdienstleistungen anbietet. Bemerkenswert fanden die MP-Teilnehmer neben dem breiten Tätigkeitsfeld der IHK Rhein-Neckar das gelebte Wertesystem. „Ehrenamtliches Engagement ist das Herz der IHK“, schwärmt Jürgen Lindenberg. Über 220.000 Menschen engagieren sich in einer IHK – in Gremien, Ausschüssen oder als Prüfer.

Abschließend berichtete Maximilian Bernhardt, Außenwirtschaftsreferent der IHK Rhein-Neckar für Asien, vom internationalen Fokus der exportorientierten Region Rhein-Neckar, für die China nach den USA den zweitwichtigsten Handelspartner darstellt. Das Außenhandelsvolumen ist in den letzten zehn Jahren in beide Richtungen stetig gewachsen und beträgt derzeit etwa 30 Milliarden Euro. „Die Beziehung zu China ist eine der wichtigsten für die Region. Chinas Entwicklung ist ganz klar eine Erfolgsgeschichte“, konstatierte Bernhardt.

Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
Fotos: ©ZEW