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Digitale Gesundheitssysteme in Neuss


Die Digitalisierung erfasst zunehmend auch den deutschen Gesundheitssektor. Wie sie sich auf die Abläufe auswirkt, die Qualität der Versorgung steigert und nebenbei noch Ressourcen spart, erfuhren MP-Teilnehmer aus Belarus, Indien, der Mongolei, Russland, der Ukraine und Vietnam im Rahmen ihrer Managerfortbildung mit dem Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft. Die Türen für sie öffnete das Lukaskrankenhaus, die Rehabilitationseinrichtung medicoreha sowie der Hersteller von Infotainment-Systemen für Kliniken ClinicAll Germany GmbH in Neuss.

Zu Beginn des Tages wurden die Klinikleiter und Distributoren aus sechs MP-Ländern im Lukaskrankenhaus empfangen. In der Klinik besichtigten sie zunächst den Operationssaal für Herzoperationen. Besonders interessant für die Teilnehmer war hier das integrierte Telemedizinische System, dass es dem Herzzentrum ermöglicht, mit den Sanitätern live schon während der Fahrt im Krankenwagen zu kommunizieren und aktuelle Patientendaten zu empfangen. Damit können wertvolle Minuten gewonnen werden, die die Überlebenschancen der Patienten im Falle eines Herzinfarktes deutlich erhöhen. Auch die Erklärungen des Chefarztes Prof. Dr. Michael Haude zu einer Herzoperation, die gerade stattfand und über die Überwachungsmonitore rekonstruiert werden konnte, wurden mit größter Spannung verfolgt. Nach der Besichtigung des Dialysezentrums ermöglichte die ärztliche Leiterin des Ambulanten Operationszentrums Dr. med. Bettina Flörke zum Ende der Tour durch das Krankenhaus die Besichtigung eines hochmodernen Operationssaals, in dem allgemeinchirurgische, gynäkologische, HNO, unfallchirurgische und urologische Eingriffe durchgeführt werden. Auch hier war das Interesse der Teilnehmer sehr groß.

Direkt nebenan gelegen sind die Räumlichkeiten der medicoreha. Diese räumliche Nähe ermöglicht es, dass die Patienten schon während des Krankenhausaufenthaltes mit der Rehabilitation beginnen können. Die modernen Räumlichkeiten beinhalten neben den Trainingsräumen für den Rehasport, welche auch präventiv genutzt werden können, ein Schwimmbad und Räumlichkeiten für die Krankengymnastik. Der Schwerpunkt der Rehabilitation liegt auf orthopädischen, onkologischen und psychosomatischen Erkrankungen. Das Konzept einer derartigen Rehabilitation, die direkt mit den Krankenhäusern kooperiert, war vielen der Teilnehmer unbekannt und stieß dementsprechend auf reges Interesse und viele Nachfragen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Lukaskrankenhaus ging es weiter zum Hersteller von Klinik-Infotainment-Systemen ClinicAll, der ebenfalls in Neuss ansässig ist. Das Unternehmen ClinicAll entwickelt Software-Lösungen auf Basis verschiedener Betriebssysteme (Microsoft, Android und iOS) Das System beinhaltet nicht nur das Unterhaltungsprogramm wie Fernsehen, Internet, Radio und Telefonie, sondern auch Informationskanäle über die Behandlung, Aufklärung und Kommunikation verschiedenster Art, an einem Patienten-Terminal für jeden Patienten im Krankenhaus. Darüber hinaus können Ärzte und Schwestern sich mit den jeweiligen Patientenmonitoren verbinden und so direkt am Bett die Behandlungspläne mit dem Patienten besprechen oder Aufnahmen von beispielsweise Röntgenbildern zeigen. Die Anbindung einer Patientenakte ist der erste Schritt zur Digitalisierung im Klinikumfeld, von digitalen Medien zur Unterhaltung bis hin zur mobilen Visite am Patienten-Terminal. Zudem beinhaltet das System ein integriertes Lichtrufsystem für den medizinischen Notallruf, welches von dem Partner NiQ Health unter dem Namen CarePlusTM entwickelt und vermarktet wird. Neben dem Notfallruf ist ein sogenannter SoftnurseCall in das System von ClinicAll integriert, mit dem der Notfallruf entlastet wird. Das Pflegepersonal kann nun unterscheiden, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht. Dadurch kann das Personal die Ressourcen besser einteilen und verwalten. Beispielsweise kann ein durstiger Patient seinen Wunsch übermitteln und die Schwester auf der Station kann entsprechend reagieren. Dieses führt zu einer Zeitersparnis von etwa einer Stunde pro Tag und Schwester. Damit wird es möglich, dass sich die Zeit des Pflegepersonals pro Patient deutlich erhöht.

Vor allem für die Distributoren aber auch für die Klinikleiter erwies sich die Technologie als ausgesprochen interessant und soll in den Heimatländern vorgestellt werden. So war der Besuch bei ClinicAll von beidseitigem großen Interesse und Nutzen.

Von Christina Morgenstern
trAIDe GmbH, Köln
www.traide.de