Aus dem Programm

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Chinesische Führungskräfte in Bayern

Gruppenbesuch-China-IHK-MMünchen. Viel über Erfolge und Probleme deutscher Familienunternehmen, neueste Branding-Methoden und interkulturelle Unterschiede erfuhren Teilnehmer des Managerfortbildungsprogramms (MP) aus China. Dabei knüpften sie wertvolle Kontakte zu deutschen Firmen.
In den Biergärten herrschte im Juli Hochbetrieb, das Alpenpanorama lockte – doch die 17 chinesischen Führungskräfte waren nicht zum Urlaub gekommen. Die Teilnehmer der Managerfortbildung, organisiert durch die IHK für München und Oberbayern, hatten ein straffes Programm. Geschäftsbeziehungen zu deutschen Firmen und deutsch-chinesische Wirtschaftsthemen standen dabei im Mittelpunkt.
„Das Programm ist perfekt für mich. Als Gründerin und Geschäftsführerin muss ich wissen, wie man sich global organisiert und seine Firma auf eine einheitliche Linie bringt“, sagte Weili Li, Geschäftsführerin der Mecechem Co. Ltd. aus dem ostchinesischen Wuxi: „Durch die vielen Firmenbesuche habe ich eine ganze Menge gelernt.“ Besonders interessierte sie sich für Besuche bei bayerischen Unternehmen, die auch in China arbeiten. Darunter die Maccon GmbH in München. „Ich war beeindruckt von der Präsentation und der professionellen Arbeitsweise dieses kleinen Unternehmens“, sagt Weili. Maccon entwickelt und fertigt hochwertige Elektromotoren und Steuerungen für die Bereiche Verkehrstechnik, Medizin, Wissenschaft, Luft- und Raumfahrt. Der Mittelständler informierte die Gäste aus China ausführlich über sein Qualitätsmanagement. Ted Hopper, Geschäftsführer von MACCON, nutzte das Treffen, um Kontakte zu knüpfen: „Bisher fokussierte sich unsere Geschäftstätigkeit auf die Bundesrepublik Deutschland und das europäische Ausland. Wir möchten jedoch neue Märkte erschließen, gerade China ist als aufstrebender Markt für unsere High-Tech-Produkte von großem Interesse. Deshalb haben wir sehr gerne chinesische Manager eingeladen, um ihnen unsere Firma und Produkte vorzustellen und uns mit ihnen auszutauschen. Mit einigen der Teilnehmer stehen wir nun in Kontakt bezüglich möglicher Kooperationen.“
Hong Jiang, Geschäftsführer der United Faith Auto Equipment Group aus dem südchinesischen Guangzhou sieht deutsche und chinesische Familienunternehmen vor vergleichbaren Herausforderungen. Im Rahmen des Gruppenprogramms besuchte er das 1946 gegründete Münchener Familienunternehmen Spinner GmbH. Es bietet heute Kunden auf der ganzen Welt Lösungen im Bereich Hochfrequenztechnik. „Ich freue mich, Frau Spinner-König kennengelernt zu haben“, so Hong Jiang. „Sie redete offen über den Übergang des Unternehmens von einer Generation zur nächsten und über ihre Managementphilosophie. Dabei hat sie mir neue Einsichten eröffnet.“
Neben den Unternehmensbesuchen standen Trainingsmodule auf dem Programm. Bei den Gruppendiskussionen ging es nicht nur aufgrund des sommerlichen Wetters heiß her. In einem interaktiven Kurs brachte Trainerin Angela Lehmann den Teilnehmern relevante Branding Methoden für ihr internationales Geschäft näher. Weijiang Zhang, Vizedirektor des Unternehmens Yangling Hiangong Industry Co. Ltd. aus der Provinz Shaanxi, kommentierte: „Jetzt verstehe ich deutsche Vertriebsmethoden viel besser und sehe den Unterschied zum chinesischen Vertrieb. Das Training wird mir sehr helfen, unsere Marke in China und Deutschland zu etablieren.“
Von großer Bedeutung für die Teilnehmer war das interkulturelle Training, weil sie das erlernte Wissen bei Geschäftsbesuchen direkt anwenden konnten. Bei fast 60 Einzelterminen chinesischer Programmteilnehmer in deutschen Unternehmen ergaben sich interessante Kontakte. Weili Li etwa traf sich mit der Firma Franz Schubert Consulting, deren Geschäftsführer nach dem Gespräch so von der Professionalität der Chinesin überzeugt war, dass er sie noch während ihrer Zeit in Deutschland mit mehreren seiner Kunden in Kontakt brachte. Weili traf sich daraufhin mit fünf weiteren deutschen Medizin- und Pharmaunternehmen.
Am Ende des Aufenthalts hatten die Teilnehmer viele Ideen für Verbesserungen in ihren Unternehmen gesammelt und wertvolle Kontakte in Deutschland geknüpft. Da blieb sogar noch Zeit für einen Ausflug nach Neuschwanstein und an den Tegernsee – ein Weißbier vor dem Alpenpanorama inklusive. Ganz nach dem Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“