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Belarus: Große Nachfrage nach deutscher Technologie für Erneuerbare Energien

eabw16eeWie schafft es Deutschland, dass relativ teure Energie aus erneuerbaren Quellen für alle Bevölkerungsschichten zugänglich wird? Wie rentabel ist erneuerbare Energie? Wird Deutschland gezwungen sein, fehlende Energie aus dem Ausland einzukaufen, nachdem die Atomkraftwerke abgeschaltet werden? Wie sind die Stromkosten bei energieintensiver Produktion? Ist eine Energiewende auch in Belarus möglich? Mit diesen Fragen und mit dem Ziel, sich über Produkte und Dienstleistungen für erneuerbare Energien in Deutschland zu informieren und Geschäftsmöglichkeiten mit deutschen Unternehmen auszuloten, kam im Juni 2016 eine Gruppe belarussischer und ukrainischer Manager nach Süddeutschland. Die Managerfortbildung der 24 Führungskräfte wurde von der BMWi-Exportinitiative für Erneuerbare Energien finanziert.

Interessant waren insbesondere die Besuche bei Kaco GmbH in Neckarsulm, Zinco GmbH in Nürtingen, Dieffenbacher GmbH in Eppingen und Fichtner GmbH in Stuttgart. Von hohem Interesse waren die innovativen Ingenieurlösungen von Zinco für eine integrierte Nutzung von Sonnen- und Windenergie, Dachbegrünung und Solar-Energie. Vor allem die Qualitätsmanagementsysteme, Methoden für das Ideen- und Innovationsmanagement im Unternehmen, die Fachkräfte-Ausbildung im Rahmen der dualen Berufsbildung und nicht zuletzt die strategischen Wettbewerbsziele der Unternehmen haben die belarussischen Manager zum Nachdenken gebracht. Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation wie bei der Roto Frank GmbH in Bad Mergentheim – innovative Ideen werden z.B. mit einer kostenlosen Firmenwagennutzung übers Wochenende belohnt – planen viele Manager auch im eigenen Unternehmen einführen. Ausführliche Informationen zu Steuer- und Tarifpolitik, Finanzierungen erneuerbarer Energiequellen, staatliche Förderungen und Subventionen erhielten die osteuropäischen Gäste vor allem vom Wind- und Solarcluster Baden-Württemberg.

Zudem absolvierten die Teilnehmer mehr als 80 individuelle Unternehmensbesuche, knüpften sehr wertvolle Kontakte bei der Messe Intersolar in München und unterschrieben erste Vorverträge. Insgesamt wurden Geschäfte mit einem Auftragsvolumen von über 15 Mio. Euro verhandelt. Dazu gehören der Kauf von Windkraftanlagen, der Bau von mehreren Biogasanlagen, die Entwicklung und Bau einer Methan-Anlage und viele weitere.

Das Managerfortbildungsprogramm in Deutschland hat alle Erwartungen übertroffen. Viele Manager planen nach ihrer Rückkehr einige Informationsveranstaltungen und Workshops in Belarus, um ihre lokalen Partner über die Möglichkeiten und Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Deutschland im Bereich Erneuerbare Energien zu informieren. Alle Teilnehmer haben betont, dass diese die weitere Geschäftsentwicklung zwischen den beiden Ländern signifikant vorantreiben können.

Von Violetta Sticker
Export-Akademie Baden Württemberg GmbH, Tübingen