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Badische Unternehmenskultur in der Praxis


Besonderheiten in Marketing und Management – das war das Thema eines Doppeltermins, bei dem 20 vietnamesische Führungskräfte zum Abschluss ihres vierwöchigen Deutschlandaufenthalts die Firmen FUMA Hauszubehör GmbH und Trend in Form GmbH in Karlsbad besuchten. Die Teilnehmer waren im Herbst 2016 am ZEW in Mannheim zu Gast. In Karlsbad empfingen Ralf Geggus und Jochen Kästel, die befreundeten Geschäftsführer der beiden Unternehmen, die Gruppe.

Die FUMA Hauszubehör GmbH ist seit über 40 Jahren im Bereich Eingangsmatten tätig. Das Unternehmen wird seit 1994 in der zweiten Generation von Ralf Geggus geleitet. Premium Eingangsmatten-Systeme der Firma GEGGUS GmbH aus Weingarten, die von seinem Großvater gegründet wurde, werden unter der Marke „FUMA“ in Deutschland und Österreich vertrieben. „Fast jeder ist wohl schon beim Einkaufen oder einem Bankbesuch über eine unserer Fußmatten am Eingang gelaufen“, resümiert Ralf Geggus. Dies gilt für den Vertriebsraum von FUMA, aber auch international. Die Fußmatten-Systeme aus Baden wurden im internationalen Flughafen Singapurs, Changi-Airport, ebenso verlegt wie in der Mall of Scandinavia, einem der größten Einkaufszentren Europas. Erfolgreich in Asien, hat das Unternehmen in Vietnam bisher noch keinen Vertriebspartner. So war der Einstieg zur Diskussion schnell gefunden. Aus Fragen zur in Vietnam unüblichen Trennung von Produktion und Vertrieb entwickelten sich am Rande bald individuelle Gespräche mit Führungskräften aus der Baubranche, sei es um die Produkte selbst zu verbauen oder um mit dem eigenen Netzwerk die Fußmatten „Handmade in Germany“ in Vietnam zu vertreiben. Das Thema Markenschutz und der Umgang mit Nachahmern waren von großem Interesse für die gesamte Gruppe. Obwohl die Aluminiumprofile von FUMA scheinbar simpel zu imitieren sind, haben die Produkte auch auf dem asiatischen Markt Bestand. Geschäftsführer Ralf Geggus führt dies auf die hohe Qualität der Trittschalldämmung und die garantierte Lieferung innerhalb von fünf Arbeitstagen zurück. Die Kaufentscheidung fällt bei internationalen Großprojekten der Architekt, und der greift lieber auf das deutsche Markenprodukt als auf ein vielleicht günstigeres Konkurrenzprodukt zurück.

Jochen Kästel, Geschäftsführer von der Trend in Form GmbH, stellte in einem anschaulichen Vortrag vor, wie sein Beratungsunternehmen für Innenausstattung hochwertige Lösungen in Sachen Akustik und Licht in Büro- und Produktionsräumen berät, plant, produziert und vertreibt. Zu seinen Kunden zählen beispielsweise Messen, Automobil- und Bankhäuser, Arztpraxen und der private Wohnungsbau. Mit Leuchtelementen, Projektionen und Absorbern sorgt Trend in Form für die richtige Stimmung und einen angenehmen Klang in gewerblichen Räumen. Daneben war die Gewährleistung von Brandschutz, einem weiteren Serviceelement der Firma, ein spannendes Thema für die vietnamesischen Führungskräfte. Viele der Teilnehmer befassen sich als Eigentümer zwangsläufig mit diesem brisanten Aspekt. Auch das weite Netzwerk des Kleinunternehmens beeindruckte die Gruppe. Partner aus verschiedensten Branchen ermöglichen eine umfassende Beratung. Der Aufbau und die Pflege eines solchen Netzwerkes in Deutschland wurden unter die interkulturelle Lupe genommen.

Der sehr offene Empfang bei den beiden KMU gab den Gästen tiefe Einblicke in deutsche Unternehmens- und Managementkultur. Zum Ende klang der Besuch bei Brezeln und Weißwurst aus.

Von Manuel Lauer
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW), Mannheim
www.zew.de