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Arbeitswelt 4.0: digital, innovativ, effizient

[18.12.2018]

Die digitale Transformation verändert weltweit nicht nur Gesellschaften, sondern auch die Arbeitswelt. Die zunehmende Automatisierung durch intelligente und miteinander vernetzte Roboter prägen die produzierende Industrie. Von der Effizienz eines der weltweit modernsten Logistiksysteme konnten sich 21 tunesische MP-Teilnehmer überzeugen, die im Mai 2018 mit der TÜV RheinlandAkademie zu Besuch bei der Rittal GmbH & Co. KG in Hessen waren.

Haiger. Die Zukunft im Blick – das hatte Rittal, der weltweit führende Schaltschrank- und Systemanbieter aus Hessen schon immer. Die Erfindung des Serienschaltschranks 1961 war erst der Anfang. Mittlerweile ist das Unternehmeninternational aufgestellt und beschäftigt knapp 10.000 Mitarbeiter. Mitder größten Investition in der Unternehmensgeschichte baute Rittal in denletzten Jahren sein neues, hochmodernes Werk zur Produktion von Kompaktgehäusenin Haiger auf. Industrie 4.0-Strukturen bilden dabei die Basis für hocheffizienteProduktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse.

Was den tunesischen Führungskräften bei ihrem Besuch des Familienunternehmens im ersten Moment wie eine Reminiszenz an Science-Fiction Filme vorkam, entpuppte sich als eine Reise in die Moderne: Headsets in innovativem Design, weiße Besucherwesten, eine virtuelle Unternehmenspräsentation auf einem großen Bildschirm in der Empfangshalle. Doch die Reise ging weiter und führte die Gäste zum eigentlichen Wunderwerk der Modernisierung: das neu gebaute Zentrallager, ein riesiger Hallenkomplex mit über 40 Verladerampen und ein Hochregallager mit einer Gesamtkapazität von 25.000 Palettenstellplätzen sowie dem modernsten Logistiksystem, das der Markt bietet. Zudem ein vollautomatisches Kleinteilelager mit modernster Shuttle-Technologie für Ersatz- und Zubehörteile. „Durch die Investition ist Rittal in der Lage, die Menge der abgefertigten Produkte um 50 Prozent zu steigern“, erklärte Hendrik Lehmann, Business Development Manager für den mittleren Osten und Afrika. „Als Produkt- und Systemlieferant zeigen wir außerdem hohe Flexibilität.“

Innovation zum Anfassen

Das eigens gebaute Rittal Innovation Center bildet einen realen Fertigungsbetrieb nach und erwies sich als Highlight des Unternehmensbesuchs. Das Besondere: Kunden, Entwickler und Besucher können sämtliche Prozessschritte direkt an den Stationen mit Maschinen und Tools anhand konkreter Alltagssituationen erleben, diskutieren und Lösungen entwickeln – vom Engineering über die Materialanlieferung, Teilevorbereitung und -bearbeitung bis zum fertigen Produkt.

Hier erwartete die Gäste das nächste Kunstwerk: der virtuelle Prototyp eines Steuerungsschrankes, des „Digitalen Zwillings“. Anhand eines digitalen 3D-Modells entwarfen die tunesischen Führungskräfte eine passgenaue Konstruktion und betrachteten diese direkt. „Diese Technologie ermöglicht es, einen Schaltschrank entsprechend den eigenen Bedürfnissen zusammenzubauen“, schwärmte ein MP-Teilnehmer. „Auch wenn man kein Fachmann ist.“

Die rege Diskussion mit Lehmann zeigte einmal mehr, wie aktuell die Arbeitswelt 4.0 ist. „Das modulare Bauprinzip sichert Rittal seine Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Preise“, sagte der deutsche Manager. Es ermöglicht der Firma auch, bedarfsorientiert Schaltschränke von hoher Qualität und zu sorgfältig kalkulierten Preisen anzubieten. Und an solchen ist man in Nordafrika sehr interessiert. Für eine mögliche Zusammenarbeit hat Rittal dort Vertretungen, hauptsächlich in Marokko. Bei kleineren Aufträgen können Interessenten die Waren über die Vertreter beziehen. Bei größeren Projekten kümmern sich die Kollegen in Deutschland um die Bestellung und Lieferung und unterstützen bei der Projektplanung, Programmierung, Konfiguration, Verdrahtung der Schaltkästen und Durchführung notwendiger Tests. Über eine mögliche Kooperation zwischen der tunesischen Firma Segitec und Rittal laufen bereits erste Gespräche. Vertreter beider Unternehmen tauschen sich derzeit über Geschäftsumfang und Know-how aus.

Dass Innovation die Triebfeder für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ist, verdeutlichte einmal mehr der Besuch des hessischen Unternehmens. So fassten viele Manager den Vorsatz, Innovation als Element des Business Development in ihren Heimatunternehmen zu implementieren.