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Internationales Marketing und Pfandsystem bei Sinalco


Noch ist das Unternehmen Sinalco International GmbH & Co. KG nicht in der Mongolei vertreten, doch dies könnte sich nach dem Treffen mit den mongolischen MP-Teilnehmern bald ändern. Mario Mais, Marketing Consulting Manager, berichtete über die internationalen Marketingaktivitäten von Sinalco International GmbH & Co. KG und vermittelte seinen Gästen interessante Einblicke in das Geschäftsmodell des Unternehmens. In einem Franchise-System werden die alkoholfreien Getränke lokal gefertigt und vermarktet. Das deutsche Mutterunternehmen steht den Partnern dabei stets zur Seite und unterstützt mit internationalen Kampagnen, Ideen für das lokale Marketing und mit der Entwicklung von neuen Getränken. Diese werden an die Vorlieben des jeweiligen Marktes angepasst und variieren dementsprechend in Süße, Farbe und Kohlensäuregehalt. Insbesondere die Farbe ist ein wichtiger Faktor, denn anders als in Deutschland ist beispielsweise Orangenlimonade in vielen anderen Ländern nicht gelb, sondern orangefarben.

Im Anschluss folgte eine Besichtigung der Produktion durch den technischen Berater Paul Högg. Vollautomatisch werden in sechs Produktionslinien stündlich bis zu 90.000 Flaschen Limonade, Apfelschorle, Cola und Wasser abgefüllt. Besonders interessant war für die mongolischen Teilnehmer allerdings der Kreislauf der Pfandflaschen, denn bisher ist das System der wiederverwendbaren Plastikflaschen in der Mongolei – wie in den meisten anderen Ländern – nicht bekannt. Die Teilnehmer beobachteten, wie das Leergut nach der Anlieferung zunächst maschinell sortiert wird. Flaschen, die zu einem anderen Hersteller gehören, werden an diesen zurückgesendet. Im nächsten Schritt werden die Deckel und die Etiketten entfernt. Um sicherzustellen, dass Flaschen, die mit untilgbaren Gerüchen oder Rückständen behaftet sind, nicht wieder in den Kreislauf gelangen, führt man einen Sensortest durch und sortiert betroffene Flaschen aus. Im Anschluss daran werden die Flaschen in einer großen Waschmaschine gereinigt und desinfiziert. Ein sogenannter Flaschendetektor prüft anschließend die Flaschen auf Schäden. Noch bevor diese befüllt werden, erhalten die Flaschen ein Etikett, das allein durch Spannung und ohne Klebstoff haftet. Nach dem Abfüllen der Getränke werden diese mit Kohlensäure versetzt, die mit hohem Druck in die Flaschen eingedrückt wird und sich damit getränkespezifisch einstellen lässt. Als letzter Schritt kommt der Deckel auf die Flaschen, sie werden in Kisten verpackt, gestapelt und ausgeliefert. Die Teilnehmer erfuhren, dass die Abfüllung in die dickeren Plastikflaschen des Mehrwegsystems deutlich besser funktioniert als bei Einwegsystemen. Zusätzlich verlängert sich die Haltbarkeit der Getränke. Besonders interessant war auch der sehr hohe Automatisierungsgrad der Produktion. Menschliches Eingreifen wird nur dann nötig, wenn es zu Funktionsausfällen in der Prozesskette kommt.

Nachdem sich alle Teilnehmer der branchenoffenen Gruppe einen Überblick über das Unternehmen verschafft haben, tauschten sich zwei Teilnehmer aus dem Lebensmittelsektor mit dem Geschäftsführer Mongi Goundi über zukünftige Kooperationsmöglichkeiten aus. Für Erdenetsetseg Bold, eine Vertreterin des mongolischen Softdrink-Produzenten APU Joint Stock Company, und für Munguntsetseg Tolya, die Geschäftsführerin des Lebensmittelimporteurs Naran Foods Co. Ltd., eröffnet sich damit die Chance, Sinalco auf dem mongolischen Markt einzuführen. So könnte die Mongolei bald das einundfünfzigste Land sein, in dem das nordrhein-westfälische Getränk Sinalco produziert und verkauft wird.

Von Christina Morgenstern
trAIDe GmbH, Köln
www.traide.de