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Innovationen in der Abfallwirtschaft


Weltweit ist Deutschland einer der führenden Innovationsstandorte. „Made in Germany“ ist ein zuverlässiges Qualitätssiegel, auf dem sich jedoch nicht ausgeruht wird. Nicht nur, aber vor allem in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Entwicklung wird ständig nach neuen Innovativen und effizienteren Wegen gesucht. Somit belegt Deutschland im Vergleich zu 140 anderen Ländern Rang vier der Wettbewerbsfähigkeit von Innovationsstandorten, und steht in harter Konkurrenz mit Schweden, Dänemark und Finnland. Um auch weiterhin zu den Vorreitern dieses Bereiches gehören zu können, strebt die Bundesregierung an, neben der Stärkung der Forschungszusammenarbeit und der Erschließung neuer Innovationspotentiale auch die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern und Schwellenländern, sprich eine Innovationsinternationalisierung, zu unterstützen. Das MP trägt hierzu bei.

Dass auch kleine und mittelständische Unternehmen in Bayern ihren Teil zur Innovationsfähigkeit Deutschlands beitragen, erlebten 21 Führungskräfte, die sich zum Thema Abfallwirtschaft im Herbst 2016 in München fortbilden ließen, bei einem Unternehmensbesuch von Krause Maschinenbau. Deutschland ist das Land mit den meisten KMU, die Weltmarktführer ihrer Branche sind. Vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Metallindustrie häufen sich diese sogenannten „Hidden Champions“.

Das Unternehmen Krause Maschinenbau wurde 1986 in der Nähe von München von Peter Krause gegründet und produziert Zerkleinerungsmaschinen. Die Besonderheit dieser Maschinen liegt darin, dass das Material mit Hilfe von Schallstoßwellen zerklei-nert wird. Das von Krause Maschinenbau entwickelte und weltweit patentierte Zerklei-nerungsverfahren beruht auf der Interferenz von Stoßdruckfronten. Diese Stoßwellen werden in den Maschinen erzeugt und so in das verarbeitete Material eingeleitet, dass sie zum Aufbrechen der Materialstrukturen führen. Weil die Zerkleinerung ohne mechanische Reibung und Pralleffekte geschieht, ist diese Technologie deutlich energieeffizienter und verschleißärmer als konventionelle Verfahren.

Dieses innovative und weltweit wohl einzigartige Verfahren hat die Teilnehmer aus Indien, Ägypten, Vietnam und der Mongolei stark beeindruckt. Schnell erkannten sie, welches Potential in diesen Maschinen steckt und präsentierten sich als interessierte und vielversprechende Geschäfts- und Vertriebspartner ihrer Region. „Der Besuch der Gruppe war für uns als kleines Unternehmen eine sehr gute Gelegenheit, unsere Technologie vor hochrangigen Vertretern ausgewählter Wirtschaftsunternehmen zu präsentieren und internationale Geschäftskontakte zu knüpfen“, sagte Benedikt Sommer, zuständig für das Sales- und Innovationsmanagement. Momentan sieht sich Krause Maschinenbau noch als zu klein und zu lokal, um einer dieser Hidden Champions zu sein. Langfristig sei es aber das Ziel, auch international tätig zu werden, unter anderem in den Ländern der Teilnehmer. Das MP dient hierfür als erster Kontaktaufbau zu möglichen Agenten in den Zielländern, da auch viele der anwesenden MP-Teilnehmer starkes Interesse an einer Partnerschaft gezeigt haben.

Die Führungskräfte aus den vier Ländern schätzten vor allem die neuen Gedankenan-stöße für ihre Unternehmen und die Offenheit des deutschen Kleinunternehmens beim Thema Innovationen. Auch waren sie von der neuen Technologie sehr angetan, für welche Krause Maschinenbau erst kürzlich den Bayrischen Energiepreis 2016 für Energieeffizienz in industriellen Prozessen und Produktionen erhalten hat. Die Maschine bietet Energieeinsparungen von etwa 80 Prozent z.B. in der Holzindustrie. Insbesondere die Energieeinsparung war für die Teilnehmer aus Ägypten von großem Interesse, da die Kraftstoffpreise in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen sind.

Von Bianca Lörenz
IHK für München und Oberbayern, Westerham