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Haus Rabenhorst: Erfolgsmodell Traditionsunternehmen


Ein Traditionsunternehmen der deutschen Fruchtsaft-Industrie, das Haus Rabenhorst, das schon mehr als 200 Jahre alt und bekannt für seine Bio-Säfte ist, besuchte die Pilotgruppe aus der ukrainischen Lebensmittelindustrie, als sie im Herbst 2016 bei den Carl Duisberg Centren ihre Managerfortbildung absolvierte.

Der Produktionsleiter Egon Roos führte seine Gäste durch die Produktion, in der sie alles über das Abfüllen der Säfte, Reinigen und Lagern der Flaschen erfuhren und so nebenbei erkannten, wie wichtig Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Qualität sind. Ein weiterer Bestandteil der Führung war der Rundgang durch den historischen Keller, der zur Lagerung der Säfte in großen Fässern dient. Am Ende des Kellergewölbes befindet sich ein altes Mosaik, dass die Entstehungsgeschichte des Familienunternehmens darstellt. So zeigt es den Start mit dem Weingut von Johann-Heinrich Lauffs in Oberwinter, hin zur Verlegung des Betriebs nach Unkel in das „Haus Rabenhorst“ bis zum Beginn des ersten „nicht alkoholischen Weins“, heute bekannt als Roter Traubensaft, entwickelt von Alexander Lauffs. Dieses Mosaik spiegelt das Traditionsbewusstsein des Unternehmens sehr gut wieder. Für die ukrainischen Teilnehmer war es eine besonders interessante Erfahrung, dass es in Deutschland so viele Familienunternehmen gibt, die sehr alt sind. Mehrere Teilnehmer, die selbst Familienunternehmen führen, informierten sich entsprechend über die Herausforderungen und darüber, wie es immer wieder möglich ist, Nischen in dem umkämpften Markt für Säfte zu besetzen.

Rabenhorst ist eines der wenigen Unternehmen, das es geschafft hat, althergebrachte Werte und Traditionen mit der neuen, technologischen und schnelllebigen Welt in Einklang zu bringen. So verbindet jeder mit Rabenhorst-Säften vor allem den klassischen Rotbäckchen-Saft, den das Unternehmen bis heute in seinem Sortiment hat. Doch die Trends frühzeitig zu erkennen und sie in die Unternehmensphilosophie mit einfließen zu lassen ist eine wichtige Aufgabe der F&E Abteilung. So entwickelte Rabenhorst seinen Rotbäckchen-Saft weiter: Heutzutage gibt es beispielsweise auch den Rotbäckchen-Saft „Immunstark“ oder „Lernstark“. Auch wird auf Trends wie Detox oder Smoothies gesetzt und so jährlich ca. zehn neue Produkte auf den Markt gebracht.
Auch im Bereich Marketing erweitert Rabenhorst seine Strategien jährlich. Neben der klassischen Radio-Werbung mit dem Slogan „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur den richtigen Saft von Rotbäckchen“ findet man die Firma auch auf sozialen Plattformen und in den Printmedien. So versucht das Unternehmen neue Kundenkreise in Frauenzeitschriften und sogenannten „Health Magazins“ zu erschließen.

Die Tatsache, dass ein Familienunternehmen mit Bio-Säften, die vorwiegend in Reformhäusern und Drogerien vertrieben werden, so erfolgreich sein kann, faszinierte die ukrainischen Manager. Ivan Dushkevych, der in der Ukraine Birkensäfte produziert, hat für sich erkannt, wie genau sich jedes Unternehmen immer wieder an die Bedürfnisse des Marktes und an Trends im Nahrungsmittelbereich anpassen muss. Doch auch alle anderen Teilnehmer, ganz gleich, ob sie aus der Getränkeindustrie kamen oder nicht, nahmen für sich Ideen von der Notwendigkeit von Innovationen und stringenter Marktanalyse mit und verinnerlichten die Wertigkeit von Tradition.

Von Mareike Dröge
Carl Duisberg Centren, Köln
www.cdc.de